Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

poleon zu Grunde gehen. Wir, die wir cinii um ihn gelebt, wie viele-hätten wir damals gewußt? und was hätten wir nun hier nicht Mgelernt? Der Kaiser antwortete: Er wolle sein Werk nun ohne Ver-zug wieder fortsetzcn, und stellte uns die Frage: welchen Plan „dabei verfolgen, ob es eine Geschichte seyn solle, ob lieber Anna,len? — Er diskutirte lange darüber, ohne etwas zu beschließen.

Beim Diner sagte er: „Ich bin heute über meine Träghe»sehr auSgeschmälct worden, und will mich also wieder an die Ar-beit setzen. Ich werde sie an mehreren Punkten zugleich «„greifen,jeder soll sein Theil haben. Hat nicht Hcrodocus seinen Bücher»den Namen der Musen beigelcgt? so fragte er, mit einem Blickauf mich: wohlan! Ich will, daß jedes der meinige» einen derIhrigen trage. Auch der kleine Emanuel soll nicht leer an-,gehen. Ich werde mit Moncholon bei dem Consulat anfangen.Gourgaud soll irgend eine andere Epoche oder einzelne Schlachtenerhalten, und der kleine Emanuel mir die nöthigen Schriften undMaterialien für den Zeitraum der Krönung Vorarbeiten.

Mittwochs den 5. Juni.

Der Kaiser ging heute gegen 4 Uhr aus. Er befand sich garnicht wohl, und harte ein dreistündiges Bad genommen. Die Tcm»pcratur war jedoch köstlich, es war ein schöner Abend Europa'-.Wir erreichten unsre Kalesche beim Spazierengehen, und machtendie gewöhnliche Tom- Die Unterhaltung betraf die alte Militair»schule zu Paris, den Aufwand, der sonst für uns dort gemachtwurde, und die Strenge, welche dagegen der Kaiser in den seinigeneingesührt hatte.

Wir wurden in der Pariser Militairschule höchst vornehm ge-speist und bedient, in allen Stücken wie -Offiziere behandelt, dieauf sehr gutem Fuß leben könnten, besser, als der größte Theilunsrer Familien lcbce, besser, als wir cö selbst in der Zukunft jeerwarten durften. Der Kaiser wollte, wie er sagte, in seinen Mi»litairschulen diese Thorheiten vermeiden, wollte, daß seine jungenOffiziere, welche Soldaten kommandircn sollten, damit ansiengen,wahre Soldaten zu seyn, alles Technische selbst handhaben zulernen, was für das ganze Leben von dem größten Nutzen ist, umes dann diejenigen befolgen und beobachten zu lassen, von denenman Gehorsam fodcrt. So putzten in Saint-Germain die jungenLeute ihre Pferde selbst, lernten sie beschlagen rc. In Sainc-Cyrging es eben so her; sie bildeten ihre gehörigen Kameradschaften,speisten aus einem Topfe re., und zwar das Alles, ohne daß derübrige, ihren künftigen Verhältnissen angemessene Unterricht darunterleiden konnte; mit einem Worte, sic verließen die Anstalt nicht,