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beweist also, meine Damen! sie werden mir daS »»geben, Man«gel an Urtheilskraft, gemeine Begriffe und Fehler der Erziehung,wenn eine Frau sich wirklich einbilden will, daß sie dem Mannegleich stehe. Am Ende liegt auch gar nichts Entehrendes in demUnterschiede. Jedes hat sein Eigenthum und seine Pflichten. 3hrEigenlhum, meine Damen, ist Schönheit, Grazie, Verführung»und Ihre Pflichten sind Abhängigkeit, Unterwerfung re."
Nach dem Diner lieS der Kaiser durch meinen Sohn dieMemoiren des Chevalier de Grammont, und einen Theil vonVollaire's Theater holen. Er habe sich vorgenommen, sagte er,eilf Uhr heranzubringen, und las nun lange in dem erster» Buche.Er bemerkte dabei, wie sehr selbst eine Kleinigkeit belustigen könne,wenn sie nur geistreich vorgetragen sey. Don Voltaire durchlief er> Mahomet, Semiramis und andere, machte auf die Fehler aufmerk«sam, und schloß, wie gewöhnlich, damit, daß er Voltaire alleKenncniß der Dinge, der Menschen und großer Leidenschaftenabsprach.
Dienstags den 4ten Juni.
Gegen 4 Uhr lies mich der Kaiser rufen, um auszufahren.Er äußerte, daß er endlich beschlossen habe, wieder zu dikciren,weil es nicht ohne Nutzen für ihn sey. Er habe den ganzenMorgen in einer abscheulichen Laune zugebracht, habe Anfangs ge«gen 1 Uhr auszugehen versucht, sey aber voll Verdruß und Lan«geweile bald zurückgekehrt, und da er nun gar nicht gewußt, waser anfangen solle, so sey er darauf gefallen, das Dikciren nochmalszu beginnen.
Seit langer Zeit hatte der Kaiser die regelmäßige Bearbeitungseiner Memoiren unterbrochen. Mein Feldzug von Italien war seitmehrern Monaten beendigt; Bertrandö Feldzug von Egypten auch.Der General Gourgaud hatte krank gelegen. So waren Zeitlückenentstanden, welche ihm die Sache verleideten; der Kaiser hatte sieliegen lassen, und nicht den Muth, sich wieder dran zu machen.Ich benutzte seine Aeußerung, um ihm zu bemerken, daß seinDiktiren bas einzige Hauptmittcl für ihn sey, die Langeweile zubesiegen, die Zeit zu benutzen, und daß es uns den ganz unendli«chen Vortheil dringe, wahre Schätze für Frankreichs Ehre undRuhm zu erlangen. Es sey von der größten Wichtigkeit, daß erseine Geschichte fortsetze; jeder von uns, versicherte ich, würdeBlut und Leben dafür geben. Er sey cS seinem Andenken, seinerFamilie, er sey es uns schuldig. Wo solle einst sein Sohn dieWahrheit sinden. Wer könne sein Leben aus würdigere Weise schil-dern. Ja! wie viel würde ohne diese herrlichen Urkunden mit Na