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sah leidend aus. Wir fuhren dann spazieren, nach und nachwurde er wieder wohl, und sprach nun recht viel.
Als wir zurück waren, promenirte er noch ein wenig, um miteiner der Damen, die uns begleiteten, Krieg zu führen. Amachte sich den Scherz, gegen die Frauen zu sprechen. „Wir vmstehen die Sache schlecht, wir Völker des Occidents, sagte er, undwinkce uns von der Seite mit den Augen, wir haben durch all»,gute Behandlung der Weiber alles verdorben. Sehr zur Ungebührstehen sie uns nun fast gleich. Die orientalischen Nationen warn,klüger und gerechter, als sie dieselben für das wahre Eigenrhum duMänner erklärten, weil schon die Natur sie in der That zu unser»Sklavinnen gemacht hat. Nur unsre Dueerköpfigkeit ist Schuld,wenn sic cs wagen, uns beherrschen zu wollen, und einige Vor.thcile glücklich benutzen, uns in ihr Garn zu locken, und über u»Szu gebieten. Für eine, die einen wohlthätigen Einstuß aus u»Shat, lassen Hunderte uns nichts als Thorheile» begehen." Indemer nun in diesem Tone fortsuhr, den orientalischen GrundsätzenBeifall zu geben, rühmte er die Vielweiberei, fand, daß sie inder Natur gegründet sey, und bewies seinen Satz mit vieler Ge-schicklichkeit und großem Reichthum an Worten. „Das Weib,sagte er, ist dem Manne zugegeben, daß sic Kinder gebähren soll.Ein Einziges kann ihm hierzu nicht genügen, es kann nicht sei»Weib seyn während der Schwangerschaft, nicht wenn es ein Kindan der Brust hat, nicht wenn es krank ist, und hörc ganz auf, eszu bleiben, wenn es keine Kinder mehr in die Welt setzen kan»;mithin bedarf der Mann, dem die Natur weder durch das Alter/noch sonst dergleichen Hindernisse in den Weg legt, durchaus meh-rerer Weiber re.
„Und worüber hätten Sie sich auch am Ende zu beklagen,meine Damen, fuhr er seitwärts lächelnd fort, haben wir nichtschon zugestanden, daß Sie eine Seele haben? Sie wissen, eSgab Philosophen, die eS bezweifelten. Sollten Sie etwa Anspruchauf Gleichheit machen? Das wäre thöricht. Das Weib ist unserEigenrhum, wir sind nicht das seinige; denn es giebt dem ManneKinder, nicht der Mann dem Weibe, und gehört ihm mithin, wieder Fruchtbaum dem Gärtner angehörc. Wenn der Mann eineUntreue begeht, so mag er sie nur eingestehen, mag sie bereuen,Spuren davon bleiben nicht zurück; das Weib wird sich betrüben,dann verzeihen, dann sich versöhnen, und es hat nicht selten nochVortheil davon. Bei des Weibes Untreue ist es eine ganz andreSache. Es hat gut bekennen und bereuen, wer bürgt denn dafür,daß nicht schlimme Folgen Nachkommen? Das Uebel ist dann un-heilbar. Die Fra» kann und darf solches nie eingcstehen. Es