Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
8
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Sonntags am 2. 2uni.

Der Kaiser ritt »m 8 Uhr aus, was er lange Zeit nicht g,> >khan hatte. 2m Thale des Gartens der Compagnie sprach er kiieinem der Adjuvanten des Lagers ein, dessen Frau eine Katholikinist, blieb daselbst einige Augenblicke, und war sehr munter. Dannverfügten wir uns zu Madame Bertrand, wo der Kaiser abstieg,und lange verweilte. Er schilderte recht kräftig und geistreich uns»Verhältnisse zu dem Gouverneur, dessen niedrige Maasregeln,wenigen Rücksichten, engherzige Politik, das Lächerliche seinerHandlungsweise, seine Unwissenheit in Geschäften und Sillen.„Wir harren allerdings Ursache, sagte er, uns über den Admiral znbeklagen, aber er war doch wenigstens ein Engländer, statt daßdieser nichts als ein schlechter italienischer Sbirre ist. Unsre Sie.ten sind zu verschieden, wir können einander nie verstehen. DieSprache unsrer Gefühle ist nicht dieselbe. Es bleibt gewiß, daßganze Haufen von Diamanten die Verhaftung nicht verwische»können, die er selbst gegen einen unsrer Bedienten Unter meint»Augen vollzogen hat. Don diesem Tag an hat er Schrecken übnmein ganzes Haus verbreitet."

Nach unsrer Rückkehr frühstückten wir im Garten.

Als wir Abends eine zweifache Tour mit der Kalesche mach-ten, entwarfen wir das Buchet eines Menschen, der mit löcmaLivres Renten in Paris lebt. Der Stall, bemerkte der Kaiser,müsse mit einem Sechstheil, die Tafel mit einem Diertheil in An-schlag gebracht werden w.

2ch habe schon gesagt, daß er dergleichen Berechnungen liebte, !und sie in seinem Munde immer etwas Neues und Pikanteshatten.

Das Gespräch brachte uns jetzt auf die interessantesten Bemer-kungen über die Civilliste und den Aufwand des kaiserlichen Hau-ses. 2ch habe folgendes hiervon behalten:

Die Tafel war mit einer Million in Ansatz gebracht, und dochdas Diner des Kaisers selbst dabei nur täglich zu loo Frankengerechnet. Man konnte ihn nie so weit bringen, daß er die Spei-sen warm gegessen hätte; denn wenn er einmal bei der Arbeitwar, wußte kein Mensch, wenn er sie verlassen werde. Wenndaher die Speise-Stunde gekommen war, steckte man von halbenzu halben Stunden andre Hühner an den Spieß, und es ist vor-gekommen, daß man ganze Dutzende gebraten hat, ehe das drankam, welches man ihm bringen konnte.

Hierauf sprach man von den Vortheilen eines gut eingerichte-ten AcchnmigswerkS. Der Kaiser erwähnte hierbei vorzugsweise die