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6 (1823)
Entstehung
Seite
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, mir ewig Unrecht geben." — „Und warum?" „Weil alle Welt, gegen mich aufgebracht ist." — „Und weshalb denn?" — „Weil

, ich Sie liebe. Das ist schon genug, daß man 2hnen ergeben

, ist, um jedermann ein Abscheu zu seyn. — „WaS Sie da sagen,

. iiiein Herr! ist sehr stark, erwiederce der Kaiser ganz ruhig, ich

. will also lieber glauben, daß Sie sich irren." Und indessen wir

^ Alle im höchsten Grade verlegen und roch vor Schaam waren, ging

j er ganz gelassen weiter zu den Nebenstehenden. Ein andermal tritt

, bei einer Parade ein junger Offizier ganz aufgebracht aus.seinem

Miede, um sich zu beschweren, daß er gemißhandelt, daß er! zurückgesetzt werde, daß man ungerecht gegen ihn sey, daß ihm

! Andre zur Ungebühr vorgezogen worden wären, und er nun schon

fünf Jahr als Lieutenant diene, ohne zu avancircn. — „SeynSie ruhig, spricht der Kaiser zu ihm, ich bin sieben 2ahr Lieute«

; nant gewesen, und wie Sie sehen, kann man dcmohncrachtet nochvorwärts kommen." Alle Welt lacht, und der junge Offizier gehtauf einmal abgekühlt, in sein Glied zurück. Ueberhaupt war csetwas ganz Gewöhnliches, daß 2ndi»iduen den Kaiser zur Redestellten, und ihm Widerpart hielten.

Wie oft habe ich nicht gesehen, daß er bei sehr lebhaften undhitzigen Streitigkeiten dieser Art nicht dazu gelangen konnte, dasletzte Wort zu haben, und daß er dann die Parthie ergriff, nach-zugeben, sich an andere Personen wendete, oder von andern Din-gen sprach.

Haupcgrundsatz. Die Handlungen des Kaisers, wenn sicauch noch so leidenschaftlich schienen, waren doch immer berechnet.„Wenn einer meiner Minister, sagte er, oder sonst ein Vornehmerirgend einen großen Fehler gemacht, und ich wirklich Grund hatte,ungehalten zu seyn, so daß ich mich nun erzürnt und heftig gegenihn zeigen mußte, versäumte ich nie, noch einen Dritten bei See«neu dieser A>°t gegenwärtig seyn zu lassen. 2ch hatte mir's zurRegel gemacht, daß, wenn ich züchtigen wollte, der Streich vieleauf einmal treffen mußte. Der, den er zunächst erreichte, zürnte

mir darum nicht mehr und nicht minder, und derjenige, welcherZeuge dabei war, und dessen Gesicht und Verlegenheit man dannsehen mußte, ging ganz heimlich umher, und erzählte, was er ge-sehen und gehört habe. Ein recht heilsamer Schrecken lief nunvon Ader zu Ader in dem Körper des Staats; Alles ging dannbesser, ich harre weniger zu strafen nöthig, und ohne Vielen Wehzu thun, sammelte ich unendlich viele Frucht.