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5 (1823)
Entstehung
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kro Macht und die Hinrichtung der Tirannen stets wie einen Tri-umph gefeiert hätten. So wäre von den Atheniensern jederzeit derTod des Pisistrates, und von Rom der Fall der Decemvirn gefeiertworden. Er fügte hinzu, daß die Sache sich auf ein Gesetz gründe,welches das Land verpflichte, und also jedermann demselben Unter-werfung und Gehorsam schuldig sey. Endlich schloß er mir derBemerkung, daß der Einfluß des Generals aus die öffentliche Mei-nung von der Art sey, daß er erscheinen müsse, weil sonst seineAbwesenheit dem Interesse der öffentlichen Angelegenheiten Nach-theil dringen könne. Nach manchen Hin« und Wiederreden fandman einen Mittelweg. Das Institut verfügte sich zu dem Feste,und es wurde beschlossen, daß er, als Mitglied des Instituts, dasals Corps seine Pflicht erfülle, seinen Platz in der Classc einnehmenwolle, zu welcher er gehöre. So wurde diese Sache von Talleyrandauf eine Weise abgemacht, die dem Direktorium sehr angenehm war.

Inzwischen wurde Napoleon, als das Institut nach Saint«Suipice kam, wo die Ceremonie statt fand, von einem der Anwe-senden erkannt, und man hatte, sobald man seine Gegenwart erfuhr,nur noch Augen für ihn. Was das Direktorium gefürchtet hatte,traf ein es war völlig verdunkelt. Als das Fest vorüber war,lies man das Direktorium ganz allein abziehen. Die Menge blieb, umden zu sehen, der sich unter dem Institut hatte verlieren wollen, undlies zu vielenmalen ein Lebehoch zu Ehren des Generals der ArmeeItaliens erschallen, wodurch denn freilich das Misvergnügen der Re«gierenden zunahm.

Ein anderes Ereigniß setzte Talleyrand abermals In den Stand,sich dem Direktorium angenehm zu machen. Auf einemKaffeehause oder öffentlichen Lrte, bei Garchi, waren zwei jungeLeute, unter dem Vorwand eines politischen Einverständnisses, dasman an der Art, wie sie ihre Haare trugen, erkannte, tnsultirt, an-gegriffen und umgebracht worden. Dieses meuchelmörderische Auf-lauern hatte der Polizeiminister Sottin mit seinen Agenten angezettelt.Nun waren schon längst Umstände eingetreten, die de» General vonItalien, so gern er auch für sich blieb, doch seiner eigenen Sicher-heit wegen nöthigcen, ein scharfes Auge auf Ereignisse dieser Art zurichten. Er lies daher seinen Unwillen laut werden, und Talleyrandwurde abgeschickt, ihn zu besänftigen. Er sagte, dergleichen Dingewären in den Zeiten einer Krisis nichts Ungewöhnliches; die Momenteeiner Revolution entstünden aus dem gemeinen Rechte; es sey hierbetnöchig, den Hähern Zirkeln zu imponiren und die Kühnheit der Sa-lons im Zaum zu halten. Es gäbe gewisse Vergehungen, welche dieTribunale weder bestrafen noch unterdrücken könnten. Niemand werdewohl die Laternen der konsticuirenden Versammlung loben, aberL.Tas«» Tages. S.Bd. 11