Druckschrift 
9 (1824)
Entstehung
Seite
134
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kannt hatte, was bei meiner Präsentation mir von ihnen gesagtworden wäre rc. Die äußern Formen und Verhältnisse, sagte ich,hätten denjenigen geglichen, die man zur Zeit seiner kaiserlichenRegierung angenommen habe- Zn Hmsicht des Characters sei manallgemein der Meinung gewesen, daß die Königin die Erwartungdes Publikums getäuscht hätte. Bei dem ersten Ausbruche desUngewitters habe jedermann geglaubt, daß sie große Talente, mitvieler Energie verbunden, besitze, und doch habe sie nachher nichtsvon alle dem gezeigt. In Betreff deS Königs begnügte ich mich,dem Kaiser die Ansicht des Herrn Vertrand die Molleville m tzn-theilcn, den ich sehr genau kannte und der zn der Zeit, als dieKrisis aufs Höchste stieg, dessen Marine - Minister war. . Dieserversicherte, daß der König sehr unterrichtet gewesen sei, eine höchstgesunde Urrheilskrafl besessen, und den besten Willen von der Weltgehabt habe. Das sei aber auch Alles gewesen. Die Vielfältigkeitder Rathschläge die er verlangt, seine Unentschlossenheit und dieFehler bei der Ausführung seiner Beschlüsse hatten Alles verdorben.

Der Kaiser antwortete mir seiner Seils durch die Schilderungder Königin, wie er sie von Madame Campan erhalten habe, wel-che deren Vertraute gewesen sei und derselben viele Beweise.ihresDiensteifers, ihrer Liebe und Treue gegeben habe, daher aber auchviel von derselben zu erzählen wisse und dabei allen Glauben ver-diene. Madame Campan, sagte er, habe ihn oft von den klein-sten Zügen des Privatlebens der Königin unterhalten und ich er-fuhr nun von ihm eine Menge von Anecdotcn, die insgesammt anSdieser Quelle kamen.

Die Königin war, wie Madame Campan versicherte, eine sehrreizende Frau, die aber keine Fähigkeiten hesaß. Alles war beiihr auf das Vergnügen und keineswegs auf die höhere Politik be-rechnet. Sie hatte das beste Herz, war durchaus nicht verschwen-derisch, eher geizig zn nennen und der Krisis durchaus nicht ge-wachsen, als deren Opfer sie fiel. Uebrigeus befand sie sich immer-während in. dem genauesten Einverständnisse mit den Machinatio-nen des Auslandes und zweifelte nicht an ihrer Befreiung durchdasselbe, bis zu dem Augenblicke dem sie unterlag, jenem schreckli-chen luten August, der furchtbaren Katastrophe, die eben durch dieJntrignen und Hoffnungen, welche der Hof hegte, herbeigeführtwurde, und die aller Welt durch die Uncrfahrenheit des Königsund die Unbedachtsamkeit seiner Umgebungen, sehr wohl bekanntwaren.

„Zn der furchtbaren Nacht zn Versailles vom 5ten znm 6tenOctobcr, sagte der Kaiser, eilte eine sehr vornehme, bei der Koni-