Montags, am 16. Oktober.
Wir' waren übereingekommen, uns heute Morgens insge-sammt bei dem Großmarschalle einzufinden, um uns über die No-te des Gouverneurs zu besprechen und uns über ein gleichmäßigesVerhalten zu vereinigen. Ich war unwohl und konnte deshalb nichthingehen, sondern meldete ihm, daß in einer so bedenklichen Lageich durchaus, ich mochte darüber nachfinnen wie ich wollte, zu kei-nem festen Endschlusse kommen könne. Bei mir komme immerwäh-rend nur n —o heraus.
Die Sache war in der That höchst schwierig und wichtig. Mansollte sich neuen Beschränkungen unterwerfen, sich gänzlich von demGouverneur abhängig machen, der dieses Verhältniß aus eine un-würdige Welse mißbrauchte, sich gegen de» Kaiser auf höchst un-ziemliche Art ausdrückte' und dabei zu erkennen gab, daß allesdieses noch schlimmer werden könne und solle, indem man sofortvon der Seite des Kaisers gerissen, nach dem Kap und von danach Europa geschafft werden würde.
Von der andern Seite wollte der Kaiser, der über die neuernBeeinträchtigungen die wir um seinetwillen erleiten sollten, aufge-bracht war, durchaus nicht, daß wir uns in dieses Loos fügten.Er verlangte, wir sollt?» ihn lieber insgesammt verlassen, nachEuropa zurückkehren und bezeugen, daß er vor unfern Augen le-bendig begraben worden sei.
Aber waren wir wohl im Stande, einen solchen Gedanken z»ertragen? Lieber wollten wir ja sterben, als uns von dem trnncn,dem wir dienten, den wir bewunderten, den wir liebten, au denwir uns theils wegen seiner persönlichen Eigenschaften, theils we-gen des Unglücks, das Ungerechtigkeit und Haß über sein Haupt häufte,täglich fester anschlossen? So stand denn die Sache, Unsre Her-zen waren zerrissen und wir wußten nicht wozu wir uns entschlie-ßen sollten. Ich schloß meinen Brief mit den Worten, daß wennich für mich allein zu handeln hätte, ich ohne Weiteres alles un-terzeichnen würde, was der Gouverneur nur vorlegen möchte; wennman aber einen gemeinschaftlichen Beschluß, fassen wolle, ich dem-selben blindlings beiträte
Der Gouverneur hatte ein Mittel gefunden uns einzeln anzce-grcife». Er erklärte, daß er entschlossen sei, jeden von uns nachseinem Belieben und nach seiner Laune fortzuschicken.
Der Kaiser war nicht wohl; der Doctor fand daß er einen An-satz zum Scorbute habe. Er ließ mich kommen und sprach viel überdie Gegenstände, weiche uns eben beschäftigen. Er wollte dann