Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
102
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der Letztere im Glück war, ihm unaufhörlich den Hof machte, b»stets mit den größten Schmeicheleien sich ihm nahte und nun,nachdem der Tag des Unglücks über ihn hereingebrochen ist, sichso niedriger und gemeiner, so übertriebener, so beleidigender Aus-drücke von ihm bedient, wie man sie eben gelesen har. —(Napoleon in der Harlekinsjacke — ein Jupiter«HanSwurst! --)

Ich bleibe ganz allein bei der Richtigkeit deS UrtheilS stehe»,wenn der Herr Abb« von Pradt sagt: „daß der erste Anklang beidem Kaiser immer groß, der zweite aber klein — daß er ein wah-res Doppelwesen, daß er der Mann war, welcher dir Alpen nie-driger und den Simplon eben machte und dann damit schloß, daßer sich selbst an einen englischen Kreuzer überlieferte."

Der Herr Abba von Pradt hat also die Größe, die Hoheiteiner solchen Handlung nicht gefühlt? —. Sich von einem durchungetreue Nathgcber irregeleiteten Volke trennen, um ihm seinkünftiges Loos zu erleichtern; seinen persönlichen Vorthcil dem Un-heil eines Bürgerkrieges ohne glückliche Resultate für die Nationzum Opfer bringen; eine ehrenvolle sichere, aber keine Unabhän-gigkeit gewährende Freistatt verschmähen und ihr die Zuflucht zneinem Volke, nach einem zwanzigjährigen feindlichen Kampfe mitdemselben, verziehen, diesem Volke einem, dem eignen Sinn glei-chenden Edelmuth zutrauen, und dessen Gesetze so sehr ehren, daßman sich durch dieselben gegen den -ÜstracismuS von Europa ge-schützt glaubt. — Solche Gedanken und Entschließungen kennenwohl nicht für daS Gegenthci! des Riesenhaften, des Edlen undErhabenen gelten.

NU. Hier folgten in meinem Journal mehrere Seiten mit sehrbösen, den Herrn Erzbischofs von Malines betreffenden Dinge»,wie ich sie aus dem Munde des Kaisers gehört hatte, oder wir sieselbst schon wußten. Ich übergehe sie jetzt, weil ich dies für Pflichthalte, nachdem der Kaiser späterhin, wie man mir gesagt hat, beidein Lesen der von Herrn von Pradt geschriebenen Coneordatc seineZufriedenheit zu erkennen gab und was mich selbst betrifft, in Hin-sicht des Vergnügens, das mir seitdem hundert andere Zeugnissederselben Art aus der nemlichen Ouelle verursacht haben.

Eine ehrenvolle, freiwillige Reue ist tausendmal mehr werth alsalle Widerlegung. Außerdem giebc cs Menschen,. welche die Be-kehrung zu schätzen wissen und sie hoch aurcchnen; ich gehöre zudiesen.

Indem ich dieses schrieb gab man mir eine neuere Aeußerungdes Herrn Abbs de Pradt zu lesen, welche sehr schön geschrieben,aber noch ungleich schöner durch ihre Richtigkeit und Wahrheit