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Viertes Kapitel. Persönlickkeitsreckte.
eigenartige Urheberrechte mehr gewerblicher Art ausgebildet, die alsAbzweigungen vom Hauptstamme ihr Sonderleben führen und zumTheil eine stark abweichende gesetzliche Ordnung gefunden haben 22 .
In Deutschland 23 ergiengen auf Grund einer in Art. 18 derBundesakte gegebenen Zusage mehrere Bundesbeschlüsse, die einengegenseitigen Urheberrechtsschutz in den Staaten des Bundesgebieteserwirkten und gemeinsame Grundzüge des Urheberrechtes feststellten 24 .Nähere Bestimmungen wurden durch zahlreiche Landesgesetze ge-troffen 25 . Im Deutschen Reiche wurde das ältere Recht durch Reichs-recht ersetzt. Das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen,musikalischen Kompositionen und dramatischen Werken ist durch dasReichsgesetz vom 11. Juni 1870, das Urheberrecht an Werken derbildenden Künste durch das Reichsgesetz vom 9. Januar 1876 ein-gehend geregelt 26 . Ueber die gewerblichen Urheberrechte sind diedrei besonderen Reichsgesetze vom 10. u. 11. Januar 1876 und vom1. Juni 1891 ergangen 27 .
Erweitert wurde der Urheberrechtsschutz durch internationaleVerträge, die eine gegenseitige Anerkennung der fremden Urheber-rechte verbürgten 28 . Solche Verträge wurden früher von den deut-
22 Ueber ikre Geschickte vgl. unten § 91 I, 92 I u. 93 I.
25 Geschickte der deut. Gesetzg. seit 1815 b. Wächter, Autorr. S. 25 ff.,Urheberr. S. 4 ff., Osterrieth S. 28 ff.
21 B.B. v. 6. Sept. 1832, 9. Nov. 1837, 22. Apr. 1841, 19. Juni 1845, 6. Nov.1856, 12. März 1857.
25 Uekersiekten b. Wächter, Verlagsr. S. 39 ff., Klostermann, Geist.Eigth. S. 86 ff., Osterrietk S. 29 Anni. 122. Dazu Eisenlohr, Sammlung derGes. u. internationalen Verträge zum Schutz des litterarisck artistischen Eigenthumsin Deut., Frankr. u. Engl., Iieidelb. 1857. Grundlegend wurde das Preufs. Ges. v.11. Juni 1837. Aufser ihm ist bes. das Bayr. Ges. v. 28. Juni 1865 (an Stelle desälteren v. 15. Apr. 1840) hervorzuheben.
26 Im Folgenden als R.Ges. I u. R.G. II citirt. — Das Ges. v. 11. Juni 1870,als Gesetz des Norddeutschen Bundes ergangen, wurde in Baden, Wlütt. u. Hessenmit der Reichsverfassung, in Bayern durch R.Ges. v. 22. Apr. 1871 § 11, in Elsafs-Lothringen durch R.Ges. v. 27. Jan. 1873 eingeführt.
27 Vgl. unten § 91, 92 u. 93.
28 Wächter, Verlagsr. II 742 ff.; Klostermann, Geist. Eigth. S. 73 ff.;Endemann, Komm. S. 106 ff.; Heydemann, Der internationale Schutz desAutorrechts, in den Festgaben für A. W. Heffter, Berl. 1873, S. 173 ff.; Dambackin Iloltzendorffs Handb. des Völkerr. III 585 ff.; v. Orelli, Der internationaleSchutz des Urheberrechts, Hamb. 1887; Daude S. 129—185; Meili, Die inter-nationalen Unionen, Leipz. 1889; v. Bar, Internat. Privatr. II 233 ff.; Schuster,Urheberr. der Tonkunst S. 320 ff. — Ohne Weiteres sind nur in Frankreich seitGes. v. 28. März 1852 u. in Belgien seit Ges. v. 1886 Art. 38 fremde Urheberrechtewie einheimische geschützt.