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Zweites Kapitel. Das Recht der Verbandspersönlichkeit.
Vielmehr liegt sie vor Allem in der Beseitigung der den ehemaligenHerrschaftsverbänden entstammenden Grundlasten 33 .
3. Gemeinheitstheilung. Den Ausgangs- und Mittelpunktder gegen die Beste der Markgemeinscliaft gerichteten Bewegungbilden die Gesetze, die auf die Auftheilung der Allmenden zu Sonder-eigenthum abzielen 34 . Waren solche Auftheilungen vereinzelt stetsvorgekommen 35 , so wurden sie nunmehr zur Hebung der Landes-kultur staatlich angeregt und auf jede mögliche Weise befördert 36 .In der That ist so der weitaus gröfsere Theil der Allmenden nament-lich in Norddeutschland verschwunden. Doch ist in gewissem Um-fange neuerdings eine der Erhaltung der Allmenden günstigereStrömung, die in Süddeutschland im Ganzen überhaupt das Ueber-
33 vvir handeln von der Ablösung bei den von ihr betroffenen Servituten u.Reallasten.
34 Vgl. die oben Anm. 22 angef. Ges. Ferner Fuldaisches Deltr. v. 1772 b.Thomas I 222 ff., Kurhess. Ges. v. 24. Okt. 1834 u. Preufs. Ges. f. Kurhessen(oben Anm. 23). Nassau-Dietz’sche V. v. 1784, Preufs. Ges. f. Wiesbaden v. 5. Apr.1869. Hannov. Ges. v. 30. Juni 1842 u. 8. Nov. 1856, Osnabrücker Marken-theilungs-O. v. 25. Juni 1822. Gem.Th.O. f. die Rheinprovinz, Neuvorpommern u.Rügen v. 19. Mai 1851. Das oben Anm. 23 angef. Preufs. Ges. f. Schleswig-Holstein. Hess. Ges. v. 7. Sept. 1814 u. Gem.O. v. 30. Juni 1821 Art. 95—98.Sachs. Ges. v. 17. März 1832, Gotha, v. 2. Jan. 1832, Schwarzb.-Sondersli. v. 2.Apr. 1854, Schwarzb.-Rudolst. v. 7. Jan. 1856, andere thür. Ges. b. Heimhach§ 178 Anm. 4. Oldenburg. Ges. v. 16. Dez. 1866 u. 20. Apr. 1873. Lippescbes v. 16. März1859. Brern. v. 31. Mai 1873. Bad. Gem.O. v. 31. Dez. 1831 § 92 ff., jetzige Fassung§ 113 ff. u. 125 ff Bayr. Gem.O. v. 29. Apr. 1869 Art. 26 ff, f. die Pfalz Art. 19 ff. —Oesterr. Pat. v. 5. Nov. 1768, Ges. v. 14. Okt. 1808, Ges. v. 7. Juni 1883. — Ueberdie Schweiz Miaskowski, Allm. S. 26 ff., Huber I 169 ff, III 157 ff.
35 Beispiele aus dem Mittelalter b. Kraut, Grundr. § 76 Nr. 6—7, DunckerS. 170, Lörsch u. Schröder Nr. 117, Gierke II 186.
36 Die volkswirthschaftlicke Litteratur war im 18. Jahrh. einig über dieSchädlichkeit der Gemeinweiden und der gemeinen Marken überhaupt; vgl. dieNachweisungen b. Gaudlitz- Haubold S. 577 Anm. b u. Gönner a. a. O. Inder Schrift „Die Aufhebung der Gemeinheiten in der Mark Brandenburg nachihren grofsen Vortheilen ökonomisch betrachtet“, Berlin 1766, heifst es S. 4 in be-zeichnender Weise, die Erforschung des Ursprunges der Gemeinheiten wäre „viel-leicht ebenso schwer, als die Lehre von dem Ursprung des Bösen überhaupt“!So fordern denn auch die älteren Gesetze, dafs die Gemeinheiten „zum Besten derallgemeinen Landeskultur so viel als möglich aufgehoben“ werden. Vgl. Pr. L.R. I,17 § 311. Ebenso Preufs. Gem.Tb.O. v. 1821 § 1, die in § 23 eine Vermuthungdafür, dafs jede Gemeinheitstheilung kulturförderlich und ausführbar sei, hinzu-fügt u. in § 24 erklärt, dafs die Erreichung eines Vortheiles für alle Betheiligtenkein Erfordernifs der Theilung sein soll, falls nur die Benachtheiligten entschädigtwerden.