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Buch VI. Drittes Hauptstück.
serte sich indessen mit ihm, weshalb er mit seiner Familie nach27 Apr. seinem geliebten Potsdam ging, und indem er in den Wagen1740 gebucht wurde, sagte: „Lebe wohl, Berlin, in Potsdam willio. Mai ich sterben ')!" Im Anfänge des Mai hatte er einen starkenRückfall.
Die früher oft gehegten Gedanken, die Krone niederzule-gen und die Regierung seinem ältesten Sohne zu übergeben,erneuerten sich wahrend der entsetzlichen Schmerzen, die er litt °).Als sich sein Zustand verschlimmerte und er den HofpredigerCochius und den Feldprediger Oesfeld rufen ließ, um sich zu .Tode vorbereiten zu lassen , benachrichtigte die Königin eilig27. Mai den Kronprinzen davon, welcher in Ruppin war. Dieser eilteherbei und wurde von seinem Vater, den er ohne Hoffnungdauernder Genesung traf, äusserst freundlich empfangen. DerKönig sprach sogleich und an den folgenden Tagen, immer voll-kommen seiner mächtig, ausführlich mit ihm über die in- undauswärtigen Angelegenheiten des Staats, war oft sehr ungedul-dig*), ertrug aber dann wieder seine großen Schmerzen mitstoischer Fassung.
Nach einer der Unterhaltungen mit dem Kronprinzen, derdie natürlichen Empfindungen des Sohnes am Todtenbette desVaters nicht unterdrücken konnte, sagte der König gerührt zuden Umstehenden: „Aber thut mir Gott nicht viele Gnade,daß er mir einen so würdigen Sohn gegeben?" Dieser küßteweinend die Hände seines Vaters, der ihn umarmte undschluchzend ausrief: „Mein Gott! ich sterbe zufrieden, weil icheinen so würdigen Sohn zum Nachfolger habe°)!" SeinTestament hatte er schon viel früher niedergelegt und (4. Januar
1) Faß mann U. S. 81L. Vergl. König II. S. SIS undKüsters Ofsicierlesebuch Thl. III. S. 161.
2) Schreiben des Kronprinzen v. 25. Mai an den Leibarzt Eller,der das gemeldet hatte, in der neuen berliner Monatschrift Thl. V. S. S27.
Z) Des Cochius Bericht steht bei Benekendorf IX. 29.
4) Brief Friedrichs an seine Schwester Friederike. iUsmoirss 6sLaieitd 1. II. p. 294.
5) Bei Preuß Friedrich der Große Thl. I. S. 124.