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Wusterhauser Vertrag.
französischen Partei am berliner Hofe noch stärker. Für denKaiser waren Grumbkow und der General Bork, denen derKönig sehr vertrauete, und der kaiserliche Seckendorf, den erausnehmend gern sah, der Fürst Leopold von Dessau und sei-ner Neigung nach der König selbst. Für das hannoverischeBündniß waren Ilgen und Knyphausen '), vorzüglich aberdie Königin, welcher der König täglich die Verzögerung derDoppclheirath vorwarf. Sie war über den der Hauptsachenach ihr sicher bald bekannten wusterhauser Vertrag so er-bittert, daß sie Grumbkow erklärte, sie werde ihm das nieverzeihen und ihn ewig verfolgen ^). Als sie bald daraufdurch den Tod ihrer Mutter Aussicht auf eine Erbschaft, man 13. Nov.sagte von drei Millionen Lhalern, hatte, was auf ihren Ge- 1726mahl großen Eindruck machte, sing sie an, sich mehr zu fühlenund gab ihre Sache durchaus nicht verloren^). Beide Par-teien wendeten alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel an,den König völlig aus ihre Seite herüberzuzichen. Der fran-zösische Gesandte behauptete schon zwei Tage nach der Un-terzeichnung des Vertrags, mit dessen Hauptpunkte bekanntzu sein, und daß Frankreich wohl wissen werde, sechs Mo-nate hindurch Pfalz-Sulzbach von einer Erklärung abzu-halten *).
Auf die Nachricht vom Bunde Friedrich Wilhelms mit Nov.dem Kaiser verlangten England und Frankreich eine Erklärung 1726von Prcussen, ob es noch am hannövcrischen Bunde halten
1) Villnrs Hläm. 1. HI. p. 275.
2) Seckendorf bei Förster Urkundend. II. S. 156.
3) Seckendorf bei Förster Urkundend. III. S. 338.
4) Seckendorf an Eugen 14. Oct. 1726 bei Förster Urkundend, ll.
S. 151. Der Marschall Schulcnburg schrieb schon 12. Nov. 1726 anseinen Neffen, den preussischen Generalmajor Adolf Friedrich von Schu-lenburg, über den wusterhauser Vertrag, daß der Kaiser sich darin zuvielen Dingen verpflichtet, die er nicht werde halten können; indessen habeer seinen Zweck erreicht und bewiesen, daß das Haus und die nächstenVerwandten unter einander uneinig wären. Auch Seckendorf meinte indem oben angeführten Schreiben: wenn der König seine» Zweck we-gen Bergs nicht erreiche, so sei dessen Haß, Zorn und Rache unaus-bleiblich.