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Buch VI. Drittes Hauptstück.
nen, erhielt er von ihnen folgende Erklärung: wegen Schles- ,
wigs und der ostendischen Compagnie wolle man seinen Bei- i
stand nicht in Anspruch nehmen. Er solle sich nur ruhig ver- ^halten, die Generalstaatcn würden die ostendische Sacheschon ausmachen. Andere Ursachen zum Kriege waren nicht ^vorhanden, daher kein Verlust zu fürchten (also auch keine ^Sicherstellung deshalb nöthig). Sie hatten die Absicht garnicht, den Kaiser angreifen und, so lange er lebe, die Rechteseines Hauses kranken zu wollen, allein nach seinem Tode solleeine freie Kaiserwahl eintreten, indem diese Würde sonst zueinem Anhängsel des Hauses Oesterreich werde. Für den Falldes Kriegs wollten sie 54,000 Mann für Prcussen stellen.Diese den von ihm eingegebenen Punkten mcistentheils aus-weichende Erklärung genügte dem Könige nicht; Frankreich undEngland wollten ihm auch die Bedingungen, unter denen siesich verbündet, nicht mitthcilen, was ihn verdroß ^). Die An-näherung Rußlands an Oesterreich wurde immer deutlicher;die Absicht der Kaiserin Katharina, Dänemark angreifen zuwollen, war gewiß und Georg I. schob die Vollziehung der !Doppelheirath immer weiter auf. Friedrich Wilhelm wurde ^
dem hannoverischen Bunde stets abgeneigter und mehr für >
den Kaiser gewonnen, dessen Handlungsweise, so weit sich derKönig darüber beschwerte, Seckendorf zu vertheidigen oder dochzu entschuldigen bemühet war. Der König hatte seinen Leib-arzt, den berühmten Stahl nach Petersburg geschickt, um derKaiserin seinen Wunsch zu einem Bündnisse zu bezeugen, wasgünstig ausgenommen wurde ^). Es kam ihm jetzt nur nochdaraus an, auf schickliche und nicht ganz unehrenwerthe Weisevon den hannöverischm Bundesgenossen auf die Seite des Kai-sers überzugehen.
Schon drei Tage, nachdem Seckendorf als kaiserlicher Ge-sandter in Berlin angekommen war und bereits mit Ilgen28. Juni über einige Hauptpunkte gesprochen hatte, wurde auf des Kö-1726 nigs Veranlassung eine geheime Zusammenkunft auf dem Gute
1) Tagebuch Seckendorfs vom 25. Juni bis 5. Juli 1726. Bei
Förster UrkuNdenb. II. S. 77 ff. ^
2) Nontxon IVlemoirss II. p. 428.
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