Druckschrift 
3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
537
Einzelbild herunterladen
 

Preussen. Der Kaiser. Hannover. 537

nover zu besuchen. Des Königs Georg I. Bcsorgniß, die wie-ner Verbündeten möchten zu Gunsten des Prätendenten etwasgegen ihn unternehmen, war nach dem Tode Peters I. nochgestiegen, indem er fürchtete, dessen Nachfolgerin Katharinawerde sich mit dem Kaiser verbünden, um Hannover für ihrenSchwiegersohn, den Herzog von Holstein-Gottorp zu erobern,zum Ersätze für das demselben vom Könige von Dänemarkentrissene Schleswig. Georg I. wendete daher in Verbindungmit Frankreich Alles an, um den König von Preussen zu ge-winnen. Kein Mittel wurde gespart, Besorgnisse erregt, daß60,000 Kaiserliche und Russen Hannover angreifcn wollten,auf die bevorstehende Erledigung von Jülich und Berg, undfür den Fall eines Kriegs auf die Erwerbung von Schlesienhingewiescn, wozu ihn 70,000 Engländer und Franzosen durcheinen Angriff auf Brabant unterstützen sollten'). Aus Frank-reich und Hannover wurden lange Rekruten für das Leibregi-ment versprochen ch und auf Vollziehung der DoppelheirathHoffnung gemacht H. Die Königin that unstreitig ihrerseits,was sie vermochte, vorzüglich um ihren Lieblingswunsch, dieenge Familienverbindung beider Häuser zu verwirklichen; meh-rere Minister, namentlich Ilgen, waren aus Staatsgründenfür Preuffens Anschluß an England und Frankreich. So. wurdezu Hannover zwischen diesen und Friedrich Wilhelm I., seinerseits Z. Scpt.durch den Minister Johann Christoph v. Wallenrodt, ein Bünd- 1725niß folgenden Inhalts abgeschlossen. Die drei Mächte verbandensich auf 15 Jahre gegen Jedermann zur gemeinschaftlichen Ge-währleistung und Vcrtheidigung aller ihrer Staaten in undausserhalb Europas, sowie aller ihrer Rechte, daher für denFall, daß einer von ihnen angegriffen würde, England und' Frankreich jedes 12,000 Mann, Preussen 5000 Mann zu stel-len. Zur Erhaltung des gegenseitigen Vertrauens sollte keinerder Verbündeten irgend einen Vertrag mit einer fremden Macht

1) Seckendorf an Eugen 30. Mai 1726 a. a. O. S. 59.

2) NeinoirsZ äs Larsitli I. p. 194. Seckendorf an Eugen 11.

Oct. 1725 bei Förster a. a. O. S. 51.

3) Das sagte der König später dem Seckendorf, wie dieser an Eugenschrieb. Bei Förster Urkundenb. II. S. 77.