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3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
532
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532 Buch VI. Drittes Hauptstück.

großes Vertrauen der König in seine Gemahlin setzte, als erwahrend seines Feldzugs gegen Schweden seinen Ministernverbot, etwas ohne ihre Einwilligung zu unternehmen.

Als der König (im Jan. 1719) in Brandenburg plötzlichlebensgefährlich erkrankte und seine Gemahlin sich deshalb eiligzu ihm begab, glaubte er sich dem Tode so nahe, daß er seinTestament machte und die Königin während der Minderjährig-keit des Kronprinzen zur Regentin, seinen Schwiegervater, denKönig Georg I. von England, und den Kaiser zu Vormündernernannte. Er Unterzeichnete das, ohne seine Günstlinge, denFürsten Leopold und den General Grumbkow zu erwähnen,weil diese, obwohl er nach ihnen geschickt hatte, nicht eiliggenug ankamen. Aus Besorgniß, sie möchten ihm Vorwürfemachen, ließ er daher, als sie am folgenden Morgen anlangtenund er sich bereits unerwartet besser befand, die Königin undalle bei der Anfertigung des Testaments gegenwärtigen Zeugenschwören, dessen Inhalt nie verrathen zu wollen. Die beidenschlauen Männer errietben aber aus der sichtbaren Verlegenheitdes Königs den Inhalt, weil man ihnen so ungewöhnlicher-weise ein Geheimniß daraus machte. Sie wendeten Alles an,um ihn genau zu erfahren und gelangten dazu durch jene un-würdigen Mittel (wie Eröffnung fremder Briefe), welche anHöfen für erlaubt gehalten wurden'). Das machte sie sehrbesorgt, indem man damals schon an einem langen Leben desKönigs zweifelte, der sich, von innerer Unruhe getrieben, inArbeiten, Anstrengungen auf Reisen und bei Vergnügungender Jagd und der Tafel übernahm. Auch die Königin mussteihrerseits den König mit großer Vorsicht behandeln, um nichtdessen Argwohn zu erregen, als vermöge sie viel über ihn;auch sie hatte wie die übrigen Umgebungen von einzelnen Aus-brüchen seiner Heftigkeit viel zu leiden, ertrug das jedoch mitgroßer Fassung, so schwer es ihr werden mochte °). Sie singan noch mehr Einfluß auf den König zu gewinnen, indem sieihm lange Rekruten für sein Leibregiment verschaffte und auch

1) klämoires äs Larsitk I. p. 25. Vcrgl. Pillnitz lVläm. I.I>. 114, etwas abweichend in Nebcnumständcn.

2) lVIsmoirss äs Lareitli I. p. 119 u. 12Z.