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Buch Vk. Drittes Hauptstück.
Gebote stehenden Mittel, besonders auch durch die Menschen,welche er beförderte, und denen er gefällig war, sich bei demKönige in Ansehen zu erhalten, endlich, weil seine, obwohl diehöchste aller Besoldungen damaliger preussischer Staatsbeam-teten') nicht ausreichte, um seinen Aufwand zu bestreiten, be-stechlich und so Werrather seines Herrn und seines Landes').
Nicht weniger galt der dem Könige durch Blutsverwandt-schaft, mehr durch große Aehnlichkeit der Gesinnung naheste-hende Fürst Leopold von Dessau. Beide waren strenge Herrenihrer Untergebenen, gute Wirthe, die nichts als Geld undSoldaten schätzten, alles Uebrige, vorzüglich Künste und Wis-senschaften und die aus ihnen hervorgehende Bildung verach-teten. Der Fürst gefiel sich dabei in möglichster Rauheit derSitten und prägte das dem Könige ein, der in ihm den er-probten Kricgsmann verehrte, dessen Tapferkeit und Verdiensteum das gesammte Kriegswesen er höchlichst anerkannte. Da-bei war Leopold eben so ehrgeizig und kühn, als schlau undverstand es sehr wohl, wo er mit Gewalt nicht durchdringenkonnte, jede List anzuwenden und seine geistige Ueberlegenheitüber den König vielfach zu benutzen, indem er als Gouverneurvon Magdeburg sich oft mehrere Wochen ununterbrochen inPotsdam oder Berlin aufhielt. Er galt daher mit Recht füreinen gefährlichen Feind, weil er Beleidigungen nicht vergaß,sie vielmehr, ohne eben in der Wahl der Mittel zu schwanken,zuverlässig so nachdrücklich als möglich rächte'). Ausser Grumb-
1) Vcrzcichniß v- I. 1723 bei König II. S. 50, wo 10,321 Thlr.angegeben sind. Benekendorf VII. S. 100, der als Bormund seinerKinder das genau wissen konnte, sagt, er habe jährlich noch 12,000 Thlr.Tafelgclder erhalten, wohl erst später. Ueber ihn s. Benekendorf VII.S. 86 ff. Seckendorfs Leben III. S. 11 u. 96. Cosmar S. 398hat nur Äeusserlichkeitcn.
21 Aktenstück bei Förster Thl. III. S. 110 u. 127, vorzüglich 232und dann 327 u. 351.
3) Benekendorf IV. S. 85 ff. Die Markgräfin von Baireuth,lVIsm. I. p. 4, schildert ihn noch schwärzer, als er war und gibt ihm(p. 34) unerweisliche und auch, zur Ehre des Fürsten sei cs gesagt, un-glaubliche Anschläge gegen das Leben des Kronprinzen Schuld. Leopoldwar von der kaiserlichen Partei.