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3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
508
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508 Buch VI. Zweites Hauptstück.

freiheit aus seinen Kassen'). Dagegen befahl er (1717) denProfessoren, wöchentlich vier Stunden öffentliche Vorlesungenzu halten, wenn sich auch nur ein einziger Zuhörer einsinde,und ausserdem für jede ohne hinlänglichen Grund ver-säumte Stunde ihnen etwas von der Besoldung abzuziehen unddem Universitätsvermögen zu überweisen ^). Er schärfte wie-derholt (1732 und 1735) ein, gegen unfleißige Docenten ohneNachsicht zu verfahren, deren Namen, bis sie sich gebessert,im Verzeichnisse der Vorlesungen wegzulassen, ihre halbjährigeBesoldung einzuziehen und an arme Studirende zu verthei-len, endlich ihm Anzeige zu machen, damit er fleißigere an-stelle. Die Zahl der Professoren wurde sehr vermehrt, dietheologische durch die fünfte bis siebente, die juristische durchdie vierte, die medicinische durch die fünfte ordentliche Profes-sur'). In der philosophischen wurden ausser den Professorender Gelehrtengeschichte, der Alterthümer und der deutschen Be-redtsamkeit zuerst mehrere ausserordentliche Professoren angestellt').Sehr zweckmäßig wurde (1737) die Professur der Anatomie vonder Professur der Botanik getrennt, allein vergeblich auf ein ana-tomisches Theater gehofft, bis endlich, gerade wie in Halle, im I.1738 der Professor Büttner ein solches auf eigene Kosten erbauete,deren Erstattung an seine Erben durch seinen Nachfolger ihm zu-gesichert wurde *). Seit dem I. 1732 stieg in Königsberg dieZahl der Studirenden von 300 auf 600, was wohl nicht mitUnrecht als ein Beweis der erhöheten wissenschaftlichen Leistun-gen der Universität angesehen werden dürfte °).

Nur durch theologische Aufsätze war es Gelehrten möglich,sich des Königs Gunst zu erwerben und Unterstützung zu er-halten. Der junge vierzehnjährige vr. Baratier, ein wahres

1) Arnolds Historie der königsbergischen Universität Lhl-1. S. 112.

2) Bei Arnold 1. Beilage 68 vergl. S. 189.

3) Daselbst Lhl. II. S. 257 u. 287.

4) Daselbst Lhl. II. S. 418 f.

5) Daselbst II. S. 289.

6) Bericht des Hofprcdigcrs Schulz in Königsberg v. 30. Jul«1736 in Königs Berlin II. S. 134.