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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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493
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Hospitäler. Wissenschaften. 493

Arbeiten um Gottes Willen sonder zeitliche Absichten zu über-nehmen ').

Die Pflicht, sich der Elenden und Kranken zu erbarmen,und die Nothwendigkeit, den Hilfsbedürftigen beizuspringen,trat unmittelbar hervor und nahm nicht nur den Menschenund Christen, sondern auch den Fürsten in Anspruch. Ganzanders verhielt es sich mit den Wissenschaften und deren Pflege.Der einfache, unausgebildete Verstand des Königs, welchernur aus das für den Staat unmittelbar Nützliche sah, hattekeinen Begriff von Dingen, deren praktische Anwendbarkeitnicht sofort einleuchtete. Selbst ohne wissenschaftliche Bildung,umgeben von Ofsicieren, denen sie fast durchaus fremd war,unter ihrem und Leopolds von Dessau Einflüsse, der sie ver-achtete und ihm unablässig einprägte, daß sie für den bravenSoldaten, ja für alle gehorsamen Unterthanen überflüssig, janachtheilig, daß es für diese hinreichend sei, wenn sie ihrenNamen schreiben und wenn einige rechnen könnten °), war csganz natürlich, daß er die Wissenschaften geringschätzte*). Erbehauptete daher auch, ein accurater Rechnenmeister thue ihmsicherere Dienste als alle Schreibmeister (Schriftsteller)*).

Won Staatswissenschaften wollte er gar nichts wissen, auchnicht haben, daß seine Unterthanen sich mit ihnen beschäftigtenund die Zeit verschwendeten, weshalb er den Druck der ber-liner Zeitungen verbot, welche daher in den Jahren 1713 und1714 gar nicht erschienen, erst im I. 1715 wieder begannen,wahrscheinlich weil er wünschte, daß von den Thaten seinesHeeres im Feldzuge gegen Karl XII. etwas bekannt werdenmöchte. Sie enthielten dann überhaupt nur Auszüge aus an-deren Zeitungen und unter dem Artikel von Berlin alltäglicheBegebenheiten und Executionsanzeigen *).

1) König I. S. 316. Er schenkte im I. 1735, als er von einerschweren Krankheit genesen, 10,000 Lhlr. an die Armenhäuser, Hospitälerund milden Stiftungen Berlins. König a. a. O. S. 257.

2) Benekcndorf VIII. S. 5. König II. S. 109.

3) Wstoirs äs l'^caäeinis p. 56.

4) Benekcndorf VIII. S. 116.

'S) Ebendas. VIII. S. 6. König H- S. 129.