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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Buch Vl. Erstes Hauptstück.

ten der Herr von Marschall und Jablonski') mit einem Ein-ladungsschreiben des Königs nach dem Haag reisen und denClement bewegen, nach Berlin zurückzukehren, weil der Königsich mit ihm über mehrere wichtige Dinge besprechen wolle,welche er nicht schreiben könne. Clement kam nach Berlin,sprach aber mit dem Könige, der ihm Zweifel über die angeb-lichen Anschläge des wiener Hofes ausserte, so unbefangen undzuversichtlich, daß der König ihn nochmals nach dem Haagreisen ließ, um die dort gelassenen Briefe des Prinzen Eugenund des kaiserlichen Ministers, Grafen Sinzendorf, zu holen.Vergeblich suchte sich der Fürst von Dessau, welcher die Un-terredung hinter einem Vorhänge mit angehört hatte, der Ab-reise zu widersetzen. Der Major Dumoulin musste Cstmcntbegleiten, welcher, nackdem er sich noch fast einen Monat imHaag aufgchalten, sogleich, nachdem er zur Rückreise nach Ber-lin in Cleve angekommen war, festgenommen und bald nachSpandau gebracht wurde. Er bestand die beiden ersten Ver-höre in Gegenwart des Königs mit solcher Fassung und Unbe-fangenheit, daß ihn der König schon wieder freilaffen wollte,wenn es nicht der Minister von Katsch verhindert und durchAndrohung der Folter den Clement dahin gebracht hatte, demKönige fußfällig den Betrug, den er gespielt, zu gestehen.Der König aber war durch die vielen politischen Wirren be-reits so mistrauisch gegen Alles geworden, daß er nun derAussage Clements nicht glaubte, sondern der Meinung war,dieser suche die fremden Höfe vom Verdachte zu befreien, da-mit sie sich seiner annehmen möchten. Er schickte sogleich denGeneral v. Borck, dem er vollkommen vertrauete, nach Wienund Dresden, um Auskunft über diese Angelegenheit zu erhal-ten und beide Höfe betheuerten natürlich, solchen Abscheulich-

1) So wird sich die Sache wohl verhalten, indem Clement, nachPLllnitz, zweimal von Berlin nach dem Haag gegangen und zweimal zurücknach Berlin geholt worden ist. Bergl. NLm. äs Lareitk I. p. 23.

2) Das muß zu Ende des Jahres 1718 geschehen sein; Faßmannsagt l. p. 321 er habe 17 Monate gesessen. Bergl. S. 231 u- Bene-kendorfIX. S. 120. Er wurde am 18. April 1720 hingerichtct. DielVI^in. lleLsreitd I. p. 24 sprechen nur von scchsmonatlicher Gefangenschaft,doch ist die Verfasserin darin nicht genau.