Clement.
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Friedrich I. ausgesetztc Pension gestrichen'), schon im I.1714 so heruntergekommen, daß er sich hatte als Spion nachStralsund schicken lassen. Hcidekamm kannte natürlich die kö-nigliche Familie, die Minister und den ganzen Hof sehr genauund konnte also dem Clement viele wichtige Nachrichten geben,was er auch in besonders nachtheiliger Weise über die Persondes Königs, auf den er erbittert war, gethan haben soll. Voneinem gewissen Lehmann, der den Titel eines sachsen-weimari-schen Residenten hatte und mit mehreren Rathen in den Do-mainen- und Finanzcollegien in genauer Verbindung stand, er-hielt Clement Auskunft über die Finanzen, von einem Sccre-taire des Feldmarschalls von Wartcnslebcn, einem gewissenBube, über das Kriegswesen. So war es ihm möglich, Vie-les, was damals sehr geheim gehalten wurde, dem Königemitzutheilen, als wenn er die Nachrichten aus Wien oderDresden erhalten hatte. Dann reiste Clement nach demHaag ab.
Der König war seitdem ausserordentlich verstimmt, trau-rig und mistrauisch. Er sprach mit Niemand von seiner Um-gebung, lud in Potsdam keinen angesehenen Mann, sondernnur „ehrbare und wohl gewanderte,, Bürger zu seiner Abend-gesellschaft^) und hatte unter seinem Kopfkissen stets zwei ge-ladene Pistolen liegen. Dieser Zustand war seinen Umgebun-gen höchst drückend, doch nur der Fürst Leopold von Dessauwagte es endlich ihn geradezu, unter den stärksten Bethcuerun-gen unbedingter Treue, um die Ursache seines Kummers zu be-fragen und ihn so dahin zu bringen, die von Clement erhal-tenen Nachrichten mitzutheilen. Der Fürst erklärte diesen so-gleich für den schändlichsten Betrüger, indem weder er, noch,wie er überzeugt sei, der Prinz Eugen an solch einen verbre-cherischen Plan gedacht hätte. Er verlangte, dem Ankläger ge-genübergestellt zu werden und beschwor den König, alle Mit-tel anzuwenden, sich desselben zu bemächtigen. Wirklich muss-
1) So sagt Faßmann I. S. 250 ausdrücklich. lVlauvillon I.x. 362 u. Benckcndorf IX. S. 114 sagen, die Pension sei sogar vonFriedrich Wilhelm vermehrt worden, was an sich schon sehr unwahrschein-lich ist.
2) Morgenstern S. 18S.
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