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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Buch VI. Erstes Hauptstück.

Nun trat aber der Herzog Moritz Wilhelm, durch seine Ge-mahlin und den Professor Hermann Franke bewogen, bald dar- iauf (1718) zur evangelischen Kirche zurück, worauf KönigFriedrich Wilhelm, obwohl vergeblich, vom Könige August ver-langte, cs solle ihm auch das Bisthum Naumburg zurückge-geben werden'). Auch das Kreisdirectorium machte er dem ^Könige August streitig'). ^

Auch der bedrückten Evangelischen in Polen nahm sich der 'König an, als auf dem Reichstage zu Warschau (1716) allenDissidenten (Nichtkatholiken) verboten wurde, ausser ihren al-ten Kirchen neue zu bauen und man daraus die seit dem Jahre1632 von ihnen errichteten niedcrriß und ihnen die Verrichtungihrer Andacht.nur in Privathausern ohne Gesang und Predigtgestattete, ja (1717) ihnen alles Stimmrecht in der Landbo- Itenstube bei Tribunalen und Commissionen nahm. FriedrichWilhelm verwendete sich nicht nur in Polen (1719) für dieEvangelischen, sondern ging auch den König von England des-halb an und empfahl ihm den Starostcn von Unruh, den Ab-geordneten der gedrückten Dissidenten, welche man in Polen §völlig ausrotten wolle'). !

Bei der so entstandenen Spannung mahnte Friedrich Wil-helm (1718) drohend die rückständigen Zinsen der von seinemVater der Stadt Elbing vorgeschossencn 50,000 Thalcr ein,welche im I. 1715 nur bis zum I. 1712 abgetragen wordenwaren, gestattete aber nicht, daß aus dem von ihm besetzten lelbinger Gebiete Beitrage dazu erhoben würden. Vergeblichverwendete sich der polnische Hof deshalb.. Prcussischerseitswurde angegeben, das elbinger Gebiet habe durch Einquartie-rung, Miswachs und Ueberschwemmungen zu viel gelitten, wasder polnische Hof widerlegte und nachwies, die von Preusseneingelegte Reiterei koste dem Gebiete allein jährlich 50,000 Tha-ler. Preussen erwiederte, die kriegerische Zeit mache Schutz ge-gen schwedische und russische Einfälle nöthig*).

1) l'Iieatr. Lurop. v. I. 1718 p. 25.

2) Ebendas, x. 126.

3) Faßmann I. S. 254.

4) Fachs Gesch. Elbings Thl. M. 2. S. 164.