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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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291
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Spannung mit d. Könige August u. d. Kaiser. 291

Zuvörderst nahm sich Friedrich Wilhelm aus aufrichtigerUeberzeugung weit mehr noch als aus Politik, überall derRe-ligionsintereffen sowohl der Reformirten als der Lutheraner an.

Als er wahrend der badener Friedensverhandlungen aus Lon-don erfahren, der König von Frankreich werde sich der Abschaf-fung der berüchtigten, den Evangelischen so nachtheiligen Clau-sel des vierten ryswiker Friedensartikels nicht widersetzen, be-fahl er seinem Gesandten am Reichstage (12. Juni 1714) dasim Vereine mit den anderen evangelischen Fürsten möglichst zubenutzen und in Baden darauf zu dringen, daß es geschehe.Indessen war das erfolglos, weil Ludwig XIV. darin durchausnicht nachgeben wollte'). Ferner hatte August von Sachsen,als er katholisch geworden war, dennoch als Kurfürst das Di-rectorium der vereinigten evangelischen Fürsten beim regens-burger Reichstage bcibehalten, was zwar Anstoß erregte, al-lein bei der Persönlichkeit Augusts, der wirklich gar keine Re-ligion hatte, dann bei den von ihm gegebenen Religionsversi-cherungcn und weil der Kurprinz evangelisch war, keinen we-sentlichen Einfluß hatte. Als er aber erklärte, daß auch sein 1717Sohn zur katholischen Kirche übergetreten sei, so wurden dieBesorgnisse der Evangelischen größer und Friedrich Wilhelmerbot sich nun, als mächtigster evangelischerReichsfürst, das Di-rektorium wenigstens so lange übernehmen zu wollen, bis Kur-sachsen wieder an einen evangelischen Fürsten fallen würde. Dasnahm August höchst übel und es kam zwischen beiden Köni-gen zu einem sehr anzüglichen Briefwechsel. Bei der Uneinig-keit der evangelischen Fürsten behauptete sich jedoch Sachsen alsDirecror derselben ^). Großes Aufsehen erregte es zu derselbenZeit, als der zur katholischen Kirche übergetretene Herzog Chri-stian von Sachsen-Zeiz seinen Bruder Moritz Wilhelm, Admi-nistrator des Bisthums Naumburg und Schwestermann KönigFriedrich Wilhelms, bewog (1717), ebenfalls zur katholischenKirche überzugehen, worauf das naumburger Capitel das Bis-thum für erledigt erklärte, welches König August an sich nahm.

1) Mosers Bericht u. s. w. S. 319.

2) Illsotr. Lurop. v. I. 1713 p. 7 ff. Auch Hannover suchte dasDirektorium an sich zu ziehen. Ebendas, p. 24.

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