Peter I.
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andern vor, geheim abgesonderte Friedensverhandlungen mitSchweden angeknüpft zu haben, weil das Jeder, auch Preus-scn seit dem November 1716 gethan hatte'). Die Spannungzwischen den ehemaligen Freunden wurde immer größer, alsPeter I. zögerte, seine Truppen aus Mecklenburg zu ziehen.Als ihn der Kaiser förmlich dazu auffoderte, sagte er zu demAbgeordneten Georgs I.: „ich bin Willens gewesen meine Trup-pen wegzuschicken, da ich aber höre, daß es der Kaiser ver-langt, will ich sie in Mecklenburg lassen und möchte wohl se-hen, wer sie hcrausjagen sollte." Er wolle gehen, aber wenndie Hannoveraner Miene machten, ihn zu vertreiben, werde ereher noch 70,000 Mann anrücken lassen^). Ein Fürst, dererst ansing, seine Nation einigermaßen äußerlich der Barbareizu entreißen, konnte es wagen, so frech im deutschen Reichezu deutschen Neichsfürsten zu sprechen. Allein er kannte seineStarke und die Schwache Deutschlands, welche in der großenZahl fast unabhängiger Herrschaften bestand, welche ebenfallsoft genug die kaiserlichen Befehle verachteten und ohne Rück-sicht auf Ehre und Unabhängigkeit des gemeinsamen Vaterlan-des nur durch armseligen, persönlichen Eigennutz regiert wur-den. Er wusste sehr wohl, daß Friedrich Wilhelm nicht dieHand dazu bieten würde, gegen ihn Gewalt zu brauchen, wieGeorg I. wollte b). Nur langsam rückten die Moskowiter ausMecklenburg ab, indem sie auf dem Wege nach Polen die größ-ten Ausschweifungen begingen.
Der Zaar ging selbst nach Paris, um den Regenten zu
1) Mosers Görz S. 163. Die Prinzessin Wilhclmine v. Preußenerzählt in ihren Denkwürdigkeiten (lVlsiu. äs Berlin I. p. 21) Karl XII.habe gegen das Ende des Jahres 1716 den Grafen Poniatowski nachBerlin geschickt, der einen geheimen Vertrag mit Friedrich Wilhelm ge-schloffen, wonach ganz Schwedisch-Pommern hätte preußisch und sie Karls XII.Gemahlin werden sollen. Ist sehr unwahrscheinlich. Bcrgl. doch PeterSTagebuch Thl. III. S. 274 u. dioräberx III. p. ZL8.
L) Mosers Görz S. 1Z7. Peters I. Tagebuch §. 403. Vergl.Bainliert^ X. x. 104 und 8t. 8iinon XV. x. 126, daß der Kai-ser, Dänemark und Georg I. die Muffen hätten wollen aus Deutschlandjagen.
3) 8t. 8imon XV. p. 93 u. 120.