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Buch VI. Erstes Hauptstück.
wig abtrete, so sei an keinen Frieden zu denken. Croissy be-gab sich also, ohne etwas bewirkt zu haben, nach Hamburg').5. Dec. Nach mehrtägiger heftiger Beschießung, auch mit glühen-1715 ^11 Kugeln, erstürmten die Verbündeten die Contrescarpe. AlleTapferkeit der Schweden und die zahlreichen Ausfälle ihres un-ermüdlichen Königs waren erfolglos. Es wurde Bresche ge-schossen und Alles zum Sturme in Bereitschaft gesetzt. DieLage Stralsunds war traurig. Hinderte die große Winterkaltedie Belagerer, so war sie doch auch den Belagerten sehr nach-theilig. Jetzt nahm Besorgniß vor einer Erstürmung der Stadtund natürlich bei dem Mangel aller Hoffnung auf Rettung22. Dec. die Entmuthigung der Bürger überhand. Karl verließ daherunter großer Gefahr die nicht mehr zu behauptende Festungund ging nach Schweden. Stralsund ergab sich am folgendenTage und wurde wie Rügen und Pommern diesseits der Peene26. Dcc. dem Könige von Dänemark cingcräumt, welcher sich huldigenließ-).
Wismar, welches anfänglich von Preussen, dann seit demJuni 1715 von Dänen und Hannoveranern eingeschlossen war,öu denen zuletzt noch Russen stießen, ergab sich endlich. Alssich der dänische General Dewitz nun weigerte, zwei BatailloneRussen mit als Besatzung aufzunehmen, kam es zwischen denbeiderseitigen Truppen schon zu offenen Feindseligkeiten-), einAnzeichen, wie locker bereits das Band geworden war, welches
1) S. 1>Lindert^ IX. x. 277 den Briefwechsel Croissy's mit Il-gen. Vcrgl. »och p. 6Z8 u. NorüborZ III. x. 223 u- Croissy's Schrei-ben an Ilgen bei Noräbsrx 1'. III. krsuves p. 2S7. No. 217.
2) S. das Lagebuch der Belagerung im Iksatr. -Lnrop. v. I. 1715x. 340 ss. NvrüderZ III. x. 229. Hojcr I. S. 291 erzählt, dieBesatzung habe aus kaum 5000 Mann, dem Ueberrcste von 30 Regimen-tern bestanden. Nur 1000 Schweden waren darunter, welche, weil mansic bis Mai 1716 nicht abholte, von Prcussen als Gefangene behandeltwurden. Vlrsatr. Lurox. v. I. 1716 x. 140. Der dänische GeneralDewitz erhielt vom Könige von Preussen einen Brillanten, 12,000 Lhlr.werth, Seckendorf und Wackerbarth auch kostbare Ringe, jeder Hauptmann200 Thlr. Natzmers Leben S- 366 aus handschriftl. Nachr.
3) Hojcr I. S. 311. Peters I. Tagebuch §. 388. Schreiben Fried-rich Wilhelms I. an Seckendorf vom 18. Mai 1716 bei Förster H.S. 40.