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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Sequestrationsverträge über Stetri-i. 255

nordischen Kriege neutral zu sein; wenn aber der König vonSchweden aus diesem Scqucstrationsvertrage Veranlassung neh-men sollte, ihn feindlich zu behandeln, so wollen ihm die nor-dischen Verbündeten gegen Jedermann beistchen und nicht eher'Frieden mit Schweden schließen, ehe Friedrich Wilhelm zurei-chende Gcnuthuung für den ihm zugcfügten Schaden erhalten.

In zwei geheimen abgesonderten Artikeln wurde noch ver-glichen, daß Preussen den ganzen Strich Pommerns von derOder bis an die Peene mit den Städten Demmin, Anklamund Wolgast besetzen und wie Stettin nicht vor dem Friedenden Schweden wieder einraumen solle. Ferner versprach Fried-rich Wilhelm, die Belagcrungskosten im Betrage von 400,000Thalern terminweise halb an den Zaar, halb an den KönigAugust zu bezahlen, wie eine besondere Uebereinkunft es fest-stelle, Peter dagegen, daß er Preussen im Besitze Stettins er-halten und Angriffe auf dasselbe als gegen ihn gerichtet ari-schen wolle ^).

Gleich am folgenden Tage nach dem Abschlüsse dieses Ver-trages rückten zwei preußische Bataillone in Stettin ein undbildeten mit den beiden schwedischen, welche dem Administratorgeschworen hatten, die Besatzung, bis die letzteren bald dar-auf durch zwei holsteinische Bataillone abgelöst wurden. Fried-rich Wilhelm bewog nun die Russen und Sachsen, daß siePommern mit der Erklärung räumten, nichts gegm dasselbeunternehmen zu wollen, so lange auch Schweden seinerseitsvon da aus nichts unternehmen werde.

Hätte sich der schwedtcr Vertrag ganz ausführen und be-haupten lassen, so würde Friedrich Wilhelm in dem Besitzeder schwedischen Festungen die ihm so wichtige Erhaltung desFriedens in seiner Hand gehabt haben und cs Schweden fastunmöglich geworden sein, ihn zu stören. Er wünschte dassehr und schrieb daher den Generalstaatcn: der Grund zurNeutralität Pommerns sei nun gelegt, vorzüglich wenn dieSchweden würden auch Wismar und Stralsund in eben der

1) Vermont VIII. 1. p. 407 mit den beiden wichtigen Separat-artikeln, welche bei dloräderx III. p. Z2 fehlen. Vergl. das TagebuchPeters I. Z. s46.

7. Oct.1713