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Sequestrationsverlräge.
I Jetzt war der einzige günstige Augenblick für die Schwe-
den gekommen, wesentlich ohne Opfer, auf die einfachste undbilligste Weise ihre deutschen Provinzen durch Annahme desmit Preussen geschlossenen Vertrags zu retten. Die nordischeni Verbündeten würden schwerlich gewagt haben, etwas dagegen
s zu unternehmen, weil sie uneinig untereinander waren und
sicher Alles vermieden hatten, um nicht den König von Preus-^ sen ganz von sich ab auf die schwedische Seite hinüber zu
^ drangen. König August würde gern in die Neutralität der
j schwedisch-deutschen Provinzen gewilligt haben, da ihm an de-
! ren Besitze wenig, sehr viel aber daran lag, daß Karl XII.
nicht von ihnen aus Polen und Sachsen bedrohe oder gar an-! greife. Ware aber der Vertrag erst vollzogen gewesen, so
würde selbst Karl XII. nicht im Stande gewesen sein, ihn rück-gängig zu machen. Unglücklicher Weise für Schweden weigertesich jedoch Meyerfeldt, der Statthalter Pommerns, in seinerLage allerdings mit Recht, ohne ausdrücklichen Befehl seinesKönigs Stettin zu räumen und fremde Truppen aufzunehmen,
1 beschloß vielmehr mit seiner 4000 Mann starken Besatzung und4000 stettiner Bürgern, welche Dienste thaten, die Festungauf das Aeusserste zu vertheidigen, was Karl XII., als er Nach-richt davon erhielt, vollkommen billigte'). Friedrich Wilhelm!,gab jetzt die Hoffnung auf, durch Schweden zur Abwendungdes Krieges in Pommern zu gelangen, neigte sich auf die Seiteder nordischen Verbündeten und erklärte den holsteinischen Mi- 5. Jmrnistern Görz und Bassewitz, sie wüssten, daß er bei Schlie- 1713ßung des berliner Vertrags (v. 3. Juli) lediglich die Absichtgehabt, die schwedischen Festungen in Deutschland vor demihnen bevorstehenden Angriffe der nordischen Verbündeten zusichern, dem Könige Karl die Besatzungen derselben zu ander-weitiger Verfügung zu erhalten, die völlige Verheerung Pom-merns zu verhindern, die Ruhe in Niedersachsen hcrzustellenE und eine feste Grundlage zum nordischen Frieden zu legen.
Da sich nun Meyerfeldt weigere, den Vertrag anzunehmen,die Truppen der nordischen Verbündeten aber, bei ihrem Rück-märsche aus Holstein, Pommern verheeren und dann Stettin
1) Koräderx III. x. 24. Lagebuch Peters I. §. ZsS.