rlch Wilhelm regierte. Den Text zur Huldigungsprcdigt wählte 23. Mai. er selbst: Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, daßsie bei mir wohnen'und habe gern fromme Diener (Psalm101 , 6 ).
Großes Aufsehen erregte es, als man ganz unerwartetden alten siebzigjährigen Obcrpräsidcnten Eberhard von Dan-kclmann neben dem Könige in die Kirche gehen und auf dessenBefehl den Rang vor allen Ministern einnchmcn sah. Er warTages vorher sehr geheim von Kottbus nach Berlin gekom-men, vom Könige berufen, der sich vor und nach der Kirchemit ihm lange unterhielt und ihm befahl, alle Mitglieder desköniglichen Hauses zu besuchen. Auch ihm wurden viele Be-suche abgcstattet und schon hofften die Einen, fürchteten dieAnderen, er werde wieder in Thätigkeit oder wohl gar an die, Spitze der Verwaltung treten, allein das geschah nicht. Seies, daß der alte siebzigjährige Mann sich den Geschäften,
I denen er seit sechzehn Jahren ganz entfremdet war, nicht mehrgewachsen fühlte, oder selbst begriff, daß seine Vcrwaltungsart^ nicht mit der des Königs übereinstimme, oder fand dieser inl ihm nicht, was er erwartet haben mochte, genug, Dunkel-mann blieb ohne Anstellung und Einfluß, erhielt auch seine> Güter nicht zurück ^).
^ Der König richtete seine erste Sorge bei Anordnung der^ Verwaltung aus die Finanzen. Er fand an der Spitze dersel-
! den die Hofkammer, unter welcher das (1698 errichtete) Do-
, mainendirectorium stand, welchem in den Provinzen die Amts-! kammern untergeben waren. Er zog nun die bis dahin durchdie Hofkammer und das Domainendirectorium getrennte Ver-waltung der Civileinkünfte in ein Collegium, unter dem Na-men Generalsinanzdirectorium, zusammen und crtheilte diesem 27. Märzein eigenes Reglement. Die Hauptleitung erhielt der ehcma- 1718l lige Auditeur seines Regiments, v. Creutz, als wirklicher ge-i heimer Staats- und Kriegsrath. Mitglieder wurden, für Holz-
j 1) Ibentr. Lurox. v. I. 1713 I>. 260. Pöllnitz I. S. IS
sagt, der König habe ihm seine vorigen Stellen angcbotcn, was sehr un-wahrscheinlich ist. Bcrgl. (Bcnckcndorf) Charaüerzügc aus dem LebenFriedrich Wilhelms I. Sammlung 8. S. 20. Dankclmann starb in Ber-lin 1722 im 80. Jahre.