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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Buch VI. Erstes Hauptstück.

gedrückt hatte'), ging rasch durch die gedrängte Menge der imBorsaale wartenden Beamten, ohne sie zu beachten, in seinZimmer, besaht sogleich den Etat des königlichen Hofstaates zubringen, und gab ihn durchstrichen dem Oberhofmarschall vonPrintzen mit der Bemerkung zurück, er hebe damit alle Hof-amter seines Vaters auf, doch solle sich keiner der Beamtetenvor dem Leichenbegängnisse desselben entfernen. Printzen, einsehr gebildeter, wohlgesinnter und milder Mann, war über dasihm so unerwartete Verfahren des neuen Herrn dermaßen be-troffen, daß er kein Wort sprechen konnte als er in den Vor-saal zurückkehrte, und natürlich verursachte eine so gewaltsameund rücksichtslose, wenn auch theilweis unumgänglich nothwen-dige Handluägsweise den zahlreichen Beamteten, welche plötz-lich Acmter, Besoldungen und Pensionen verloren und sich nunmit ihren Familien zum Theile in die drückendste Noth versetztsahen, großen Kummer und erregte lautes Wehklagens.

Die Thore Berlins wurden sogleich geschlossen. Am fol-genden Tage ließ sich der König von der Besatzung den Eidder Treue leisten^), traf die nöthigen Anordnungen zum Lei-chenbegängnisse seines Vaters und begab sich mit den Genera-len Dörfflinger, Löben und Krummensee nach Wusterhausen,wo er als Kronprinz gelebt hatte und sich auch als Könignoch immer gern aufhielt*). Hier sah er zunächst alle Besol-dungs- und Pensionslisten durch, erwog jeden einzelnen Po-sten, verminderte, was zu vermindern, strich ganz, was über-flüssig schien, ohne Schonung, ohne Ansehn der Person, csmochte nun den Markgrafen Philipp Wilhelm, seinen Oheim,oder den Fürsten Leopold von Dessau, seinen Freund, oder einenStallknecht und eine fünfundsechzigjährige Wittwe mit neun Kin-dern treffen. Wir entnehmen aus den noch vorhandenen Besol-dungs- und Vcrpflegungslistcn der Stabs- und Gcneralstabs-

1) Faß mann I. S. 40.

L) Pöllnitz Mein. II. S. 4.

3) 'I'Iwntrum lieuopaenm v. I. 1713. p. 259

4) Pöllnitz Mcm. II. S. 6.