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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Friedrichs I. Tod.

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stecken, was der Mensch im Staate behaupten muß und ihmnie verkümmert werden sollte.

Nachdem nun alle vielfachen Bemühungen Friedrichs I.eine Bereinigung, ja man kann sagen, selbst mur eine Annä-herung der beiden evangelischen Glaubensbekenntnisse zu bewir-ken erfolglos gewesen waren, musste er noch den Kummer ha-ben, in seinen letzten, ohnehin schon vielfach getrübten Tagenzu sehen, daß auch das Opfer, welches er durch Vermählungmit einer lutherischen Prinzessin gebracht hatte, nicht nur völ-lig wirkungslos blieb, sondern daß die Bekehrungssucht derunglücklichen Frau ihm die letzten Tage seines Lebens verbit-terte. Diese wurde melancholisch und endlich wahnsinnig, wo-von der König doch längere Zeit nichts erfahren haben soll.In diesem Zustande kam sie unerwartet, als der König imArmstuhle ruhete, halb angekleidet in dessen Zimmer, warf eineGlasthür entzwei, durch welche sic sich wahrscheinlich verwun-dete, und überhäufte ihren Gemahl mit heftigen Borwürfen.Dieser, erschreckt durch die weisse blutbefleckte Gestalt mit zer-streuten Haaren, wurde vor Schrecken und Gemüthsbewe-gung krank, erfteuete sich noch der Beweise von Liebe undLheilnahme, welche ihm die Berliner gaben, sah nach einigenWochen sein Ende herannahen und bereitete sich gefasst undchristlich auf den Tod vor. Er äusserte unter Andcrm: es wäredie Welt doch nur ein Schauspiel, das bald zu Ende gehe;wer nicht mehr als dieses hätte, wäre übel daran. Er seg-nete noch seinen Sohn, seine Schwiegertochter, seinen EnkelFriedrich, dankte seinen Ministern für deren Treue, gedachteseiner unglücklichen Gemahlin mit Theilnahme, ließ, alser den letzten Augenblick nahe fühlte, den Kronprinzen rufenund starb in dessen Gegenwart, 25. Febr. 1713, nach-dem er 55 Jahre 7 Monate gelebt und 25 Jahre regierthatte °).

Was man auch von dÄr großen Schwächen dieses gutar-tigen Fürsten sagen mag, und wir haben sie nicht verhüllt, er

1) PLllnitz Mem. I. S. 607.

2) Gütthcr S. 444 aus gleichzeitigen von ihm angeführten Be-richten.