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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Wissenschaften. Kunst.

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nicht immer passenden Wahl der dazu auscrsehenen Gelehrten,man diesen nicht wie dem Pufendorf einen bestimmten, in sichbegrenzten, wenn auch immerhin ihrer freien Auswahl über-lassenen Gegenstand zu bearbeiten gab und ihnen dazu, wiejenem berühmten Gelehrten, die freie Benutzung des Staats-archivs gestattete, zu welchem die Historiographen wohl in derRegel in keiner nähern unmittelbaren Beziehung standen. Sokonnten sie denn bei dem besten Willen, weil ihnen der unent-behrliche Stoff fehlte, meistens nicht viel mehr leisten, alsjeder andere Gelehrte, und das ist eine der Hauptursachen derausserst mangelhaften Beschaffenheit der preussischen Geschichtefast seit dem Regierungsantritte Friedrichs III.').

Was Friedrich!, für die Kunst that, haben wir schon an-geführt und müssen dazu bemerken, daß ungeachtet der Bildungdes Fürsten und einiger wenigen Großen, doch sicher der grö-ßcste Theil der damals hervorgebrachten Werke der Kunst jederArt, ihre Entstehung zunächst dem Streben nach Glanz über-haupt und der Sucht, cs in Allem so viel als möglich Lud-wig XIV. gleich zu thun, verdankte. Daher eben, abgesehenvom Zeitgeschmäcke an sich, der Zwang, der den Künstlernnoch ausserdem in Beziehung auf Pracht und Schimmer auf-erlcgt wurde, dem sich auch die tüchtigsten an einem Hofefügen mussten, dessen Kabalen sogleich ihre Existenz bedroheten.Erfreulich ist es, melden zu können, daß ungeachtet der inden letzteren Negierungsjahren cingetretenen größeren Spar-samkeit, doch der berühmte Pesne noch im I. 1711 als Hof-maler mit 1100 Thalern Gehalt angestellt wurde ^).

Noch mehr als für die Bibliothek wurde für die Kunst-kammer verwendet. Wenn gleich Tausende von Seemuschelnund Schnecken an den Grottenmacher Baratta, die alten Ge-wehre an die Rüstkammer, die gezeichneten Grundrisse an denObcringenieur Nehring abgegeben werden mussten, so ver-mehrte sich doch die Kunstkammer von 600 auf 1500 Num-

1) Ich muß es lebhaft beklagen, daß es besonders über die GeschichteFriedrichs I. so wenige zuverlässige Quellen gibt, welche cs gestattet hät-ten, die übrigen vorhandenen Nachrichten mehr zu sichten, als cs somöglich gewesen.

2) Nicol ai's Berlin, vierter Anhang, S. 72.