Druckschrift 
3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
210
Einzelbild herunterladen
 

21.0 Buch V. Zweites Hauptstück.

Fuße geprägte Münzen, ferner Kauf, Verkauf und Ausfüh-rung ungemünzten Goldes und Silbers erst den Juden, dannüberhaupt verboten und die Ablieferung desselben an die Münzebefohlen (7. August 1690).

Das Heer war in den verschiedenen Zeiten der RegierungFriedrichs von verschiedener Starke. Im I. 1689 bestand esaus etwa 26,000 Mann am Rheine und 6000 Mann in denNiederlanden im holländischen Solde zur Unternehmung nachEngland, also aus etwa 32,000 Mann, ohne diejenigen, welchevorzüglich zur Besetzung der Festungen im Lande blieben, sodaß die ganze Macht wohl 40,000 Mann betragen habenkann'). Nach dem ryswicker Frieden wurde das Heer aufkurze Zeit vermindert, dann wieder vermehrt. Im I. 1701war es 30,000 Mann stark und kostete an Sold jährlich et-was über anderthalb Millionen Thaler. Im I. 1705 war es

42.000 Mann °) stark und müsste nach gleichem Maßstabe et-wa 2,230,000 Thaler Sold erhalten haben. Im I. 1709waren 23,000 Mann in Flandern, 8000 Mann in Italien,12,756 Mann in den Festungen und im Innern des Landes,zusammen 43,756 Mann, hierzu kamen in Preussen 5000 Wi-branzen und 2000 Invaliden, also betrug die bewaffnete Macht

50.000 Mann, wobei 40 Generalofsicicre ^).

Die Eitelkeit Friedrichs veranlasste ihn zahlreiche verschie-denartige Abtheilungen prächtiger Leibwachen zu errichten. Wirfinden (1692) 6aräe äu (Horps (die ehemalige Trabanten-garde), deutsche und französische öraulls-sslmisynetairs, inwelchen beiden Corps jeder Gemeine Lieutenantsrang hatte,Llrensäiers a elieval, Llensü'armes, die Leibgarde zu Fuß,welche aus der preussischen und kurmärkiscken Garde bestand,das Leibregimcnt Dragoner, das Leibregiment zu Pferde, dazu

1) Schönings Leben Natzmers S. 96, der noch ausserdem 11,000 Mannneben den 6000 Mann im holländischen Solde annimmt, alles 'als voll-zählig. Hcnnert dagegen berechnet für 1692 nur 13,410 Mann amRheine, 1693 11,000 am Ober-, 8000 am Niederrheine, wohl effectiv.Vergl. Natzmer S. 139.

2) Natzmers Leben S. 196 u. 272 aus ofsicicllen Quellen.

3) Natzmers Leben S. 323, ofsiciellcr Bericht.