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Buch V. Zweites Hauptstück.
Bei so vieler Strenge, welche wir in der Criminalgesetz-gcbung dieser Zeit finden, ist es doch erfreulich, zu sehen, daß(22. Mai 1709) den Beamteten verboten wurde, die Unter-tanen ferner zu schlagen und zu prügeln, sie (14. Nov.1688) bei Wolfsjagden übermäßig zu beschweren und mehr als150, Mann zugleich dabei auszubicten. Für die Erlegung einesalten Wolfs wurden sechs Tbalcr, für einen jungen drei Thalcr be-zahlt (8. Dec. 1707). Der Adel musste seine Jagdgerech-tigkeitcn beweisen und dazu wurde (8. Juli 1689) eine beson-dere Commission niedergesetzt. Die Elcnthicre wurden mitAuerochsen aus Preufsen in die Wälder der Mark gebracht und(8. Juli 1689) bei 500 Thalern Strafe verboten, sie zuschiessen. Auch die den Wäldern so nachtheiligen Biber wurdenan der Elbe geschont und ihre Erlegung verboten, damit sie sichvermehren könnten, überhaupt aber zahlreiche Wildschonungs-edicte erlassen und das von seinem Vater (1686) gegebene Ver-bot, Nachtigallen zu fangen, erneuert (28. März 1693) mitdem Befehle, die bereits gefangenen binnen zehn Tagen beiStrafe fliegen zu lassen.
Die Gcwcrbsthätigkeit machte gegen früher ungemeineFortschritte, hauptsächlich, wie wir schon angeführt haben,durch die eingewanderten Franzosen- Um die einheimischeFabrikation zu schützen und zu heben, wurde im Geiste jenerZeit (1693) die Einfuhr fremder Tücher, ferner wegen derSpiegelglasfabrik in Neustadt an der Dosse, fremdes Spiegel-glas (9. Mai 1695), wegen der in Berlin errichteten Glas-hütte wiederholt alles fremde Glas, wegen des Messtngham-mers zu Neustadt Eberswalde und anderer Metallhämmer (21.Dec. 1702 und 10. Sept. 1705) die Einfuhr von Messingund Messingwaaren (10. Aug. 1709), fremdes Kupfer (12.Mai 1703), fremdes Eisen ausser dem schwedischen Osemundverboten, die im I. 1701 festgesetzte Accise auf fremde wolleneund halbseidene Maaren (18. Sept. 1708) erhöhet. Voneinem Franzosen wurden Versuche, den Seidenbau zu betrei-ben (1698) gemacht und eine Maulbeerplantage bei Berlin
züglich in der Mark Brandenburg S. 104 ff. Hätten wir doch mehrWerke über einzelne Gegenstände der pröussischcn Geschichte, welche mitden fleißigen Sammlungen Königs verglichen werden könnten.