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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Polizei. Finanzen.

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einerseits in seinen Beziehungen zu fremden Machten abhän-gig wurde, andererseits seine Unterthanen mit Steuern. über-bürdete. Zu der Licblingsschwäche des Fürsten kam die Herr-schaft der Günstlinge, welche sich gewiß oft auf unrechtmäßigeWeise bereicherten und bei nicht ausreichender Besoldung schonin den Anfoderungcn, welche der verschwenderische Hof auf einglänzendes Auftreten machte, eine Entschuldigung für Unterschleifefanden; das dehnte sich höchst wahrscheinlich zur großen Beein-trächtigung der Unterthanen, auch aus einen nicht unbedeutendenTheil der übrigen Beamteten aus, welche bei der Unregelmäßig-keit der Besoldungszahlungen ohnehin oft in große Noth kamen.

Wie zahlreiche, an sich äußerst schwere, durch die Erhe-bungsweise den Unterthanen noch lästigere Steuern mannich-sacher Art oft übel genug ersonnen wurden, haben wir bereitsauseinandergesetzt, sowie auch, was zur Erhöhung des Er-trags der Domainen durch die Vercrbpachtung versucht unddann wieder durch die Erbpacht erreicht werden sollte. Manwollte berechnet haben, daß auch der ärmste Bettler in Berlinzu der dort sehr hohen Accise für das, was er zum Lebens-unterhalte gebrauche, jährlich sechs Thaler beitragen müsse ^).Die Veränderungen bei dem Postwesen bezweckten auch mehrdie Erhöhung der Einkünfte, als die Beförderung des Han-dels. So durfte (seit 18 . Dec. 1689 und 20 . April 1691 )kein Brief oder Paket unter zwanzig Pfund schwer durch Fracht-fuhrleute und (seit 2 . Juli 1710 ) bei zehn Thalern Strafeauch nicht von Privatleuten befördert werden. Eine neue Post-ordnung wurde ( 10 . August 1712 ) gegeben, in welcher die Postdie Gewähr für das ihr anvertrauete Geld übernahm. DieZollbeamteten erhielten Vorschriften, an Posttagen die Fuhrleuteaufzuhalten, damit diese der Post nicht die Passagiere entzögen ^).

1) llieatr. Lurox. XVII. x. 108. Das ist wohl sehr übertrieben.Der Ertrag der Accise stieg in Berlin vom I. 1690 bis 1705 von58,000 Lhlr. auf 170,000 Lhlr., also' auf mehr als das Dreifache.Königs Berlin HI. S. 862. Die Zahl der Einwohner stieg vomI. 1688 bis 1718 von 20,000 bis auf 50,000. Wenn nun auch die Er-hebungskosten noch in Anschlag kommen, so würden doch nur 8—4 Thlr.auf den Kopf zu rechnen sein, weit weniger natürlich auf Arme.

2) Königs Berlin III. S. 71.