Krönung.
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wurden ausgeworfen und achtzehn verschiedene Medaillen aufdas so wichtige Ercigniß geprägt ').
Bei der Tafel dienten sicbenundzwanzig Kammerjunkcr,sämmtlich Oberstlieutenants und Hauptleute. Unter vielenCeremonien musste jede Speise, jedes Getränk durch drei bisvier dienende Hände der vornehmen Beamteten gehen, ehe et-was an die königlichen Majestäten kam, welche von goldenenSchüsseln speisten. Ein mit Schafen, Rehen, Ferkeln, Hafen,Hühnern und anderm Geflügel gefüllter und, in Nachahmungder Kaiscrkrönung zu Frankfurt, auf freiem Platze am Spießegebratener ganzer Ochs, als Zeichen von Seiner Majestät sichüber Alles erstreckenden Herrschaft, wurde dem Volke preisge-geben mit dem Weine, welcher aus zwei Springbrunnen sprang.Illuminationen und Gastmähler in allen Hauptstädten der Pro-vinzen, Kampfjagden im Hetzgarten und Feuerwerke wechsel-ten zur Erlustigung des Hofes ab, wogegen der Gottesdienstund die Einweihung der reformirten Kirche die religiöse Seitedes Fests zeigten. Bei den Festen und Predigten wurde imGeschmacke jener Zeit ein großer Thcil vorzüglich der biblischen,dann der griechischen und römischen Geschichte und der altenGötterwelt verwendet und der neue König unablässig von Ju-den und Christen, als ein zweiter Salomo begrüßt.
Nachdem der König noch in der lutherischen Schloßkircheund aus deren Kirchengefäßen, als Ausdruck seines Wunsches zurBereinigung beider Bekenntnisse, das heilige Abendmahl genossenhatte, brach er am 8. März von Königsberg nach Oranienburg 8. Märzaus und hielt von hier aus am 6. Mai seinen überaus glänzen-den Einzug in Berlin durch sechs dazu erbauete Ehrenpforten.
1) Gütther S. 135 ff.
2) Sie waren damals beliebt und schon im I. 1693 ein Circus mitprachtvollem Amphitheater in Berlin erbauet zu Kämpfen von Baren,
Wölfen, Füchsen, Löwen, Stieren, Auerochsen und wilden Schweinen,dann auch in Königsberg ein Hctzgarten eingerichtet. Auf jenen prägteFalz eine Medaille. S. Willen im Berliner Kalender vom I. 1822,
S. 115, die Medaille bei Gütther S. 51. Im I. 1705 erhielt derKönig durch einen Menschen, den er deshalb nach Tunis geschickt hatte,drei Panther, Affen und andere wilde Thiere für den Hctzgarten, aucheinen Menschenfresser. Königs Berlin Hl. S- 160.