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Buch V. Zweites Hauptstück.
Frankreich berufen, ferner die in Berlin befindlichen großenMusiker, die beiden Riecks, Altilio, Volumier und Andereverwendet, zum Ballete aber lauter gräfliche, freiherrliche undadelige Personen gewählt, selbst der Kurprinz und die beidenMarkgrafen Albrecht und Christian Ludwig befanden sich unterden Tänzern, über welche der Markgraf Albrecht die Direction ,übernahm.
Zum Beilager brachte der Landgraf, ausser seiner Ge-mahlin, dem Erbprinzen und dessen Schwester Sophie, seineersten Minister, Hofleute, Hofdamen, Pagen, Trompeter, La-kaien und 30 Mann Leibgarde, insgefammt gegen 300 Per-sonen und über 350 Pferde mit.
Schon an der Grenze in Osterwiek wurden ssie von demSchloßhauptmann von Prinz nebst einem kleinen Hofstaateempfangen und feierlich über Halberstadt, Magdeburg undBrandenburg in achttägiger Reise nach Spandau geführt, vonwo sie am 28. Mai ihren feierlichen Einzug in Berlin hielten,wo sie der Kurfürst mit seinen Garden und drei Regimenternund dem ganzen Hofstaate, den anwesenden neun fremden Ge-sandten und der in ihre Zünfte getheilten Bürgerschaft prächtigempfing. Die Brautkutsche war aus Carmoisinsammet in-und auswendig mit überaus schweren goldenen Crepinen, dasGeschirr der acht Pferde mit breiten goldenen Borden auf Car-moisinsammet besetzt, mit silbernen im Feuer stark vergolde-ten Blechen, Buckeln und Schnallen beschlagen und mitdicken goldenen Quasten behängt, die Zügel und Leinen be-standen ganz aus Goldgeflechte. Der Schenktisch war vonunten bis oben aufgethürmt mit großen silbernen und vergolde-ten in Augsburg verfertigten Gefäßen von großer Schönheit,schwerem Gewichte und kostbar getriebener Arbeit, die Tafelnmit silbernen vergoldeten Geschirren besetzt. An der fürst-lichen Tafel wurden am 28., 29. und 30. Mai in vier ver-schiedenen Gängen zu je 46 Speisen ausser den Früchtenund dem Confecte aufgetragen und so oft die vornehmstenHerrschaften tranken, jedesmal sechs Stücke, bei dem Trin-ken der anderen fürstlichen Personen drei Stücke gelöst. Sechsandere Tafeln waren für die Frauenzimmer, die Minister unddie Hofleute angerichtet. Spazierfahrten fanden in einem mit