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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Buch V. Zweites Hauptstück.

gung der preussischcn Königswürde beim kaiserlichen Hofe durch-zusetzen:was zu erhalten doch eine pure lautere Unmöglich-keit gewesen" '). Erst einige Zeit darauf erfoderte der Kur-fürst die Gutachten sämmtlicher Minister über den Gegenstandund diese erklärten sich, wohl mit Ausnahme Wartcnbergs,sämmtlich mit vielen angeführten Gründen gegen den Entwurf,zum Beweise, daß selbst die Männer in der nächsten Umge-bung des Kurfürsten dessen eigentliche Gesinnung und Absich-ten nicht genau kannten. Dieser widerlegte in einem eigen-händigen ausführlichen Aufsatze, welcher eine genaue Kenntnißder Lage der europäischen Staaten kund gab, mit vieler Ein-sicht die Gründe seiner Minister und suchte zu zeigen, wievortheilhast bei dem veränderten Verhältnisse der Staaten dieAnnahme der königlichen Würde für sein Haus sein würde ^).Namentlich konnte er den wichtigen Einwurf, daß ein könig-licher Hofstaat zu große Kosten verursachen würde, damit zu-rückweisen, daß derselbe bereits königlich eingerichtet sei.

Wirklich giebt die gewissermaßen ofsicielle, gedruckt erschie-nene Beschreibung des Beilagers Herrn Friedrichs, Hessen-casselschen Erbprinzcns mit der Markgräsin Louise DorotheaSophie, einzigen Tochter des Kurfürsten, im Mai und Junides Jahres 1700 ein unvcrwcrfliches Zeugniß von der bis indas Unglaubliche gehenden Pracht und Ueppigkeit, welche beiden häufigen Festen am Hofe des Kurfürsten herrschten, weiler das besonders lieble und sich selbst eifrig mit Anordnung

1) Cosmar und Klaproth S. 252.

2) Dankelmann, von Nicolai, inBiesters neuer Berliner Mo-natsschrift November 1799, S. Z42, aus den dem Verfasser höchst freisinnigvon dem großen Beförderer vaterländischer Geschichtskunde, dem Minister vonHertzberg anvcrtraucten 20 Foliobänden Kronacten des geheimen Staats-Archivs. Leider hat Nicolai erst später und nur aus der Erinnerunggeschrieben, früher war eine actcngcmäße Darstellung der Verhandlungenin 2Z Bänden bezweckt worden. Vergl. Ienisch Darstellung des18. Jahrhunderts Bd- III. S. 171.

3) Cölln an der Spree in der kurfürstlichen Hofbuchdruckerei, 42 S.in Folio. Schon im I. 1695 wurden für goldene und silberne Bordender Lakaien und Trabanten 43,000 Lhlr. ausgegeben. Nicolai's Ber-lin I. S. 225.