August, König von Polen. Quedlinburg. 75
Sachsen unterstützte, welcher zur katholischen Kirche übergingund den Jacob Sobieski und dessen Anhang durch Geldver-sprechungen gewann ^). Vergeblich rief die stärkere Partei amWahltage den Prinzen von Conti zum Könige aus, August,den die Gegenpartei gewählt hatte, behauptete sich gegen Conti,welchen Ludwig XIV., beschäftigt mit Vorbereitungen zur Be-nutzung der nahe bevorstehenden spanischen Thronerledigung, nurschwach unterstützte.
* Friedrich HI. trug seinerseits viel dazu bei, daß die fran-zösische Partei, welche seine Vermittelung nachgesucht hatte,durch Verhandlungen geschwächt und dann wenigstens äusser-lich mit August ausgesöhnt wurdet. Diese Ereignisse gabenihm auch Gelegenheit zu einigen Erwerbungen. August vonSachsen, ein ohnehin höchst prachtliebender und verschwenderi-scher Herr, der nun durch die Erlangung der polnischen Kö-nigskrone zu noch weit größeren Ausgaben als früher veran-lasst und genöthigt wurde, bemühete sich auf alle nur möglicheWeise Geld zu erhalten. Unter Vermittelung eines Juden ^),dem er unbeschränkte Vollmacht zum Unterhandeln gegebenhatte, trat er daher zu Ende des Jahres 1697') drei zwischen 1697Sachsen und dem brandenburgischen Fürstenthume Halberstadtstreitige Aemter, ferner die Erbvogtei über das ReichsstiftQuedlinburg und die Reichsvogtei und das Schultheißenamtder Reichsstadt Nordhausen an Friedrich III. erb- und eigen-thümlich für 309,000 Thaler, sowie das Amt Petersberg beiHalle für 40,000 Lhaler ab.
Als nun zu Anfänge des Jahres 1698 Friedrich III. die 5. Jan.Aebtissin von Quedlinburg, eine geborene Prinzessin von Sach- 1698sen-Weimar, von dem Kaufe, mit welchem sie bereits unterder Hand bekannt geworden, in Kenntniß setzte, widersprach
1) S. meine Beiträge zur Geschichte Polens und der Familie So-bieski in Schlossers und Berchts Archive V. S. 341.
L) 2slnslel epist. II. p. 405 u. 4Z7. Iksnlr. Lurop. XV. p. 811.
3) Cramcrs Denkwürdigkeiten der Gräfin Aurora von Königsmark,aus einem Schreiben der Gräfin Löwenhaupt an ihren Gemahl, v. 18. Mai1697. Bd. I. S. 199.
4) Der Vertrag bei vumont VII. p. 376, ohne Tag und Ortder Ausstellung.