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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Buch V. Erstes Hauptstück.

Nun ist es aber bei aller offenbaren Schwache des Kur-fürsten gegen seinen Günstling dennoch merkwürdig, daß dieöffentlichen Angelegenheiten im Ganzen ihren frühem Ganggingen und daß so wenig als früher irgend eine günstig schei-nende Gelegenheit versäumt wurde, alte Rechte wahrzunehmen,Ansprüche zu verwirklichen oder für die Zukunft neu zu be-gründen, mit einem Worte, das Ansehen, die äussere Machtund den Glanz des Staates zu behaupten und zu vermehren.Es zeigt sich hier recht deutlich, wie vorzüglich seit dem großenKurfürsten, das zwar mehr oder weniger kräftige aber dochunausgesetzte Vorwärtsstreben seiner Nachfolger, man möchtefast sagen, unwillkürlich geworden ist, daß selbst die Schwäch-sten, bei übrigens so offenbaren Beweisen der Erschlaffung, indiese Richtung hinein und von ihr fortgerissen wurden. Dasist es auch, was für den Preussen in dieser Beziehung einiger-maßen die Strenge des Urtheils über Friedrich III., dessen Hofund innere Verwaltung mildern muß. Der übrigens soschwache Mann hat das vor Allem volle Gefühl der Wichtig-keit des äussern Ansehens, begreift aber doch auch, daß derGlanz nicht ganz der Erweiterung wirklicher Macht ermangelndürfe, auf die er sich stützen müsse. Dabei braucht man al-lerdings nicht in Abrede zu stellen, daß die so verwickeltenStaatsangelegenheiten während des spanischen Erbfolge- unddes nordischen Kriegs von Dankelmann unstreitig wären mitweit richtigerem Blicke aufgefasst, mit weit festerer Hand undin weit würdigerer Weise zu einem viel höhern Ziele hingelei-tet worden und das Haschen nach leerem Glanze würde gewißnicht so sehr die Oberhand erhalten, vielmehr ein stärkeres Ge-gengewicht in dem wirklich Nothwendigen und Nützlichen ge-funden haben, als das unter Wartenberg der Fall war. Den-noch wurde, wie gesagt, auch jetzt nicht Alles versäumt.

Als mit Johann III. der letzte König von Polen starb,der diesen Titel noch mit Ehren führte, lag dem Kurfürsten,wie dem Hause Oesterreich vorzüglich viel daran, jeden französi-schen Bewerber fern zu halten. Oesterreich hatte zwar,dem Kö-nige Johann versprochen, für dessen ältesten Sohn, Jacob, beider Wahl zu wirken, doch war dieser in jeder Beziehung zuwenig geeignet, so daß der Kaiser bald den Kurfürsten von