Druckschrift 
Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
Seite
132
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Necker blieb von derselben aus und das Vertrauen des Volkes zudiesem Minister war damals noch so groß, daß seine Abwesenheitfür ein allgemeines Unglück angesehen wurde. Vergebens haben esseine Freunde versucht, ihn wegen des bei dieser Gelegenheit beob-achteten Verfahrens zu rechtfertigen. Die Art, wie er selbst In sei»nein Werke über die Revolution von allem, was dieser königlichenSitzung vorangiug und derselben folgte, Rechenschaft giebt, ist ebenso unziemlich als voll des Gepräges des geschraubten, stolzen We-sens, das er jederzeit an sich trug."

Weber macht In seinen Memoiren, indem er von den Bewe-gungsgründen spricht, die der Minister zu seiner Rechtfertigung an-gab und wodurch er die Schuld auf die Königin und die französi-schen Prinzen wälzte, folgende Bemerkungen: „Eine solche unge-bührliche Sprache eines ehemaligen Ministers gegen die Brüder unddie Gemahlin, seines Herrn müßte unser Erstaunen, es müßte un-ser» höchsten Unwillen erregen, wenn nicht andere Aeußerungen indem nämlichen Kapitel vorkämen, welche mehr noch die Spurenvölliger Unvernunft, als der Großsprecherei an sich tragen. Erdrückt sich nämlich folgendermaßen aus: „Ich zog durchaus nurdas zu Rathe, was zum Gewinn der öffentlichen Meinung beitra-gen mußte, sonst nichts. Man konnte sich hierbei wohl auf michverlassen, ich kannte sie besser als jene Höflinge, die schon längstmit ihr zerfallen waren." Eine solche Sprache konnte wohl denUnwillen, aber wohl nicht das Erstaunen des Verfassers erregen,wenn er erwog, daß Bescheidenheit nie zu den Tugenden des HerrnMinisters gehörte. Was uns aber sehr verwundern muß, ist, daßWebers Memoiren und Neckers Biographie aus einer und derselbenFeder geflossen scy» sollen. Die in den erstem ausgestellten Mei-nungen sind aber so verschieden von den Ansichten des Biographen,daß wir unmöglich an diese Identität glauben können. Wir wollenjedoch noch einmal Meilhan hören.

„Man durfte sich, spricht er, nicht lange bedenken, einen Mi-nister zu entfernen, der durch die Macht der Volksgunst sich demKönige in seinem Ansehen gleich stellen wollte. Das Volk vonVersailles war von diesem Plane unterrichtet. Es drängte sich inunruhige» Haufen nach den Höfen des Schlosses, In dem nämli-chen Augenblicke, wo Necker sich zum Könige begab. Man sah wieseine Anhänger gingen und kamen, um in den Galerien mic denMitgliedern der Gemeinden zu sprechen und sie zu seinen Gunstenzu stimmen. Der unglückliche Monarch mußte abermals nachgeben.Der Weg des Ministers ging, als er aus den Zimmern des Königskam, über die Galerien hin. Aber er wollte in den BcifallSbezei-