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Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
Seite
131
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konnte, wieder >»ö Ministerium berufen. Er nahm unter dem Ti«tel des ersten Finanzministers den vornehmsten Theil a» den Ge-schäften. Allein das gnügte keineswegs dem ungezähmten Durstenach Volksgunst, welcher Herrn Nccker so ganz charakterisier. Ertrachtete jetzt darnach, Nationalminister zu werden und arbeitetemehr darauf hin, der Menge zu schmeicheln, als die Autoritär desMonarchen zu erhalten. Er trug daher Vieles zu dem Ucberge-wichte des dritten Standes bei, den er zu benutzen gedachte. Alsder König einen verfänglichen Artikel verwarf, den er in das De-kret der berühmten Erklärung vom 23. Juni 1739 ausgenommenhatte, wagte er es, sich aus der königlichen Sitzung zu entfernenund so seine Opposition in Hinsicht auf die Gesinnungen des Kö-nigs öffentlich zu erkennen zu geben." Wir wollen hierbei einenAugenblick verweilen, diese Weigerung, der Sitzung beiznwohnen, istzu wichtig. Sein freundlich gesinnter Biograph scheint bedenklichihn deshalb völlig zu entschuldigen. Er sagt nämlich hierüber:„Als die Stunde der Sitzung heran kam, fragte er sich selbst überdie Parthei, die er wohl nehmen müsse. Sein endlicher Beschlußging dahin, daß er sich nicht das Ansehen geben dürfe, als ob erden König in einem so kritischen Momente verlassen wolle. Schonging er hinab, um sich zu der Sitzung zu verfügen, alS diejenige»seiner Freunde, welche die mehreste Gewalt über ihn hatten, eine»der ihrigen an ihn abschicktcn, um ihm anzukündigen, daß er ver-loren sei, wenn er sich ln der Sitzung sehen lasse, weil er da-durch nicht blos seiner persönlichen Ehre schaden, sondern sich auchum alle Mittel bringen würde, dem Könige und dem allgemeinenWesten zu dienen. Diese Nachricht gab den Ausschlag bei Necker.Wir wiederholen, daß sie vermöge des Charakters der Personen,von denen sie kam, von großem Gewicht bei ihm seyn mußte.Aber wir glauben, daß diese Ihn einen großen Fehler Hegehen ließen*).Sein Sitz war leer, indessen der König auf seinem Throne saß undaugenblicklich erhielt er seinen Abschied." Man sieht hieraus, daßder Verfasser Neckers Unrecht erkannte, der wohl fühlte, daß er sichnicht das Ansehen geben dürfe, alS ob er den König in einem sokritischen Momente verlasse. Er handelte sonach gegen seine eigneUeberzeugung. Sonderbar ist eü, wenn man die Memoiren vonWeber in Hinsicht auf dieses Ereigniß vergleicht.

Ein Vorfall, den man nicht vorausschen konnte und dessen Fol-gen man doch sehr sorgsam hätte berechnen sollen, sagt dieser Ge-schichtschreiber **), hatte großen Einfluß auf die königliche Sitzung.

*) Artikel Nccker in der kliozr.ipllik universelle, siguirt .l. 1. I,.

klemoire.-i cls Veder. Th. i. S, zzi.