j Zweite Note. Necker. (§. 21.)
S Wir wollen Immer im Voraus die verschiedenen MeinungenI sammeln, die man bisher über diesen Minister gehabt hat, indemwir sie durch Thatsachen belegen, wodurch sie entweder bericht!-!- get oder bestätiget werden. Nur nach dergleichen Thatsachen und
si die sich hierauf gründenden Zeugnisse kann man einen Mann beur-
theilen, der eine Rolle wie Necker gespielt hat. Herr Necker zeigtesich gern, mithin war diese Rolle öffentlich. Er setzte ein großesVertrauen in seine Verdienste und meinte es ohne Zweifel damitreckt aufrichtig.
s Es wird nöthig seyn, auf die Hindernisse aufmerksam zu ma-chen, die noch lange Zeit im Wege stehen werden', um das Wahre,Necker betreffend, zu erkennen. Der Schatten seiner berühmteni Tochter scheint es zu verbergen und mit einem Schleier zu bedecken,
; er wacht über des Vaters Andenken. Sterbend noch hat sie ihn
einer Person von großem Rufe empfohlen, die schon als Züng-! ling den seinigen durch Beredtsamkeit zu vcrrheidigen wußte.
! Sie konnte nicht besser wählen, er har' die übernommene Pflicht aus
würdige Weise erfüllt. Hat er aber auch das ihm anvertraute In-teresse mit der Wahrheit vereint, hat er sich nicht etwa daraus be-schränkt, sein Herz zu hören und den Eingebungen eines guten undreinen GemüthS zu folgen? ES versammeln sich um diesen lrefli-chen Verthcidiger dieser schönen Sache mehrere andere Personen, welche? alle Achtung verdienen, die jedoch mehr oder minder bei dieser selbst
i interessirt sind. Wenn man diese Rücksichten gehörig erwägt, an
ihre Advokatenpfiicht, ihre Freunde und an vieles andere denkt,i was aus Verhältnissen hervorgeht, die wir blos andcuten können,
l so wird man sich einen Begriff von den Hindernissen macken, deren
i' wir gedachten und von denen die Wahrheit, so oft sie sich zeigt,
! verdrängt wird. Doch trotz dessen zur Sache! Wir beginnen mit Zeug-
nissen, welche Thatsachen enthalten. Zeder kann Richter einer Hand-lung seyn und die Dermuthungen und Schlüsse dessen verwerfen,der solche aufstellt.
Das erste ist von dem Intendanten von Hennegau, Herrn Se-nat de Meilhan. Wir brauchen nicht erst zu bemerken, daß er denGenfer Financier nicht liebte.
„Necker, sagt er *), kam nach Paris, um dort sein Glück zumachen, er ging zu einem Banquier in Kondition, war dessen Com-
*) Du Louverosmem, lies moeurs et cies conllmons en krancsecc. Zn -Oktav. 1765.