doch auch der dritte Zweck erreicht, ein französisches Heer würdewährend dcS Winters von 1801 biS 1802 nach Indien vorgedrun-gen seyn, wäre nicht In Folge Klebers Ermordung das Armee«Commando in die Hände eines Menschen gefallen, der zwar vollMuch und reich an Talenten für die Administration, so wie an gu-rem Willen, aber von dem unpassendsten Charakter für ein Militair-Commando war." Der Koran befiehlt, die Götzendiener zu vertil-gen oder sich dieselben zinsbar zu machen, erlaubt aber keineswegseiner ungläubigen Macht zu gehorchen und sich derselben zu unter-werfen. Er weicht hierinnen ab von dem Geiste unsrer Religion;2 esus Christus sagt: „Gebet dem Kaiser, was deS Kaisers ist;mein Reich ist nicht von dieser Welt; gehorchet den Mächtigern."2 m zehnten, cilften und zwölften Jahrhunderte herrschten die Chri-sten in Syrien; aber die Religion war der Gegenstand eines bluti-gen Streites, eines wahren Vertilgungskrieges, wodurch EuropaMillionen von Menschen verlor. Hätte eben dieser Geist die Egyp-ticr im Jahre 1798 beseelt, so konnte man es nicht unternehmen,einen solchen Krieg mit fünf und zwanzig bis dreißig tausend Fran-zosen zu führen, die kein Fanatismus entbrannte und die schon desKriegs in diesem Lande müde waren. Wenn man auch Meister vonAlexandrien und Kairo war und die Mammelucken bei den Pyra-miden besiegt hatte, so konnte dock, so lange es nicht möglich wurde,sich die Imans, dir Muftis, die Ulmas und alle Diener der musel-männischen Religion zu befreunden, der Streit keineswegs für ent-schieden gehalten werden. Der französischen Armee war seit derRevolution jeder Gottesdienst fremd; selbst in Italien ging niemandin die Kirche. Diesen Umstand benutzte man und schilderte denMuselmännern das Heer wie eine Schaar von Catechnmenen, diegeneigt wären, den Mahomctismus anzunehmen. Die Christen,Copcen, Griechen', Lateiner, Syrier, waren sehr zahlreich; sie woll-ten die Gegenwart des französischen Heeres benutzen, um sich vonden Beschränkungen zu befreien, ' die auf ihrem Gottesdienste läste-ren. Der Obergencral widersetzce sich ihrem Dillen, er sorgte da-für, daß es mit den kirchlichen Angelegenheiten beim Alten bleibenmüsse. Täglich beim Aufgang der Sonne begaben sich dle Scheicksvon der großen Moschee von Zemil und Azar (das ist eine Artvon Sorbonne) zu seinem Lever. Der General ließ ihnen jede Artv?n Achtung beweisen, er unterhielt sich mit ihnen weitläuftig überverschiedene Umstände aus dem Leben des Propheten und über meh-rere Kapitel des Koran. Nach der Rückkehr von Salhick trug erdarauf an, daß sie einen Fetam erlassen möchten, worinncn sie demVolke beföhlen, dem Dbergcneral den Eid des Gehorsams zu leisten,Diesch verlangen setzte fix in Schrecken und in die größte Verle-
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