Druckschrift 
Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
Seite
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nimmt ihm den Bericht mit eben der Hast, wie dieser gethan hac,wieder weg, bcgtebc sich nach seinem Stuhle zurück und spricht mitbewegter Stimme: Sie werden mich biö zu Ende anhören, Sire!Er setzt sich nun wieder, liest weiter, beendet seinen Bericht undNapoleon, der bei diesem Vorfall Herr über sich selbst bleibt undseine Leidenschaften bezähmt, genehmigt die darinnen aufgestelltenAnsichten, so seist sie auch den seinigen widerstreben. Ist cs nichtalso wahrscheinlich, daß, wenn er bei allen, deren Rath er verlang-te, ebenso viel Frelmüthigkett gefunden hätte, dies recht heilsam für ihngewesen seyn würde? Herr D.,.. siel keineswegs in Ungnade undbehielt nicht blos die Aemter, die ihm anvertraut waren, sondernauch die Achtung Napoleons. Wer mag wohl läugnen, daß der-gleichen Lektionen, wenn er sie von allem Anfänge au bekommen hätte,ihm von großen Nutzen gewesen seyn würden, da er nun seit meh-reren Jahren sich im Besitz der unbeschränktesten Gewalt befandund gleichwohl diese ihn nicht erbitterte.

Wir haben zu wiederholten Malen in den vorstehenden Bemer-kungen die Beschuldigungen näher erwogen, die Napoleon gemachtwerden. Eine derselben dürfen wir nicht übergehen; sie soll unsGelegenheit zu einer Betrachtung geben, womit wir den ihn betref-fenden Artikel zu schließen gedenken.

Während seines Aufenthalts in Egypten wurde ihm vorgestellt,daß die Eroberung dieser Länder schnell und sicher von statten gehenwürde, wenn er sich zu dem Islamlsmus bekennen wollte. Erpflog mehrere Konferenzen mit den Schecks, hatte sie dabei zumBesten, ließ sie an seine Bekehrung, an die Bekehrung seiner gan-zen Armee glauben, machte Bedingungen, erhielt gewisse Privilegien,als z. B. daß die Beschneidung erlassen, das Weintrinken erlaubt,mit einem Worte, das Wichtigste wegfallen solle, was sonst zu einemguten Muselmanne erfordert wird, und versprach dagegen die Er-bauung einer Moschee, die noch geschehen soll. Die Schelks er-klärten ihren Gehorsam mittelst einer Schrift, worinnen Napoleonder Freund deS Propheten, der unter dessen besondern Schutz stehe,genannt wurde und von dieser Zeit an verbreitete sich das Gerücht,daß noch vor Ablauf eines Jahres die ganze französische Armee denTurban tragen würde, den sie aber bis zu dieser Stunde nicht trägt.

„In diesen Schranken hat sich Napoleon immer hierbei gehaltenund so seinen Willen, der Religio», in welcher er geboren war, treuzu bleiben, mit den Forderungen seiner Politik und seiner Absichtenvereinigt" *).

*) Llemoiiss flü Alomliolon. Th. 2. S. 214.