neu Wall aus, der Ihn dem Auge entzog; dies waren die Groß»offijiere und Großwürdcnträger, die er schuf. Als Konsul hatte erkein Vorbild — er war ein Selbst, dergleichen es In dem letztenJahrhunderte nicht gegeben hatte. Als Kaiser hingegen gerieth krunter die Zahl der Ehrgeizigen, die mit mehreren! oder mindernErfolge nach dem Throne gestrebt hatten. Er konnte vielleicht glück»lichrr scyn als der größere Theil derselben und er war es auchwirklich. Wenn er sich aber nicht zu halten vermochte, so mußteauch sein Fall nur um so schrecklicher seyn.
Der Purpur und der Kaisermantel trennte ihn sonach durcheinen weiten Zwischenraum von seinen Waffenbrüdern; diese aberkonnten das Frühere nicht vergessen. Immerfort sahen sie in ihmden Artillerie-Lieutenant, den Bataillonschef, den General, den sie* so gut gekannt hatten. Als er sich, bei der Rückkehr aus seinenglänzenden Feldzügen in Italien, um das Direktorium nicht scheuzu machen, in dem bescheidnen Kostüm eines Mitgliedes des Jnsti»tuts zeigte, da erschien er wahrhaft groß. Er war, wie wir bereits(§. 47.) erzählt haben, damals so klug, seinen Glanz der Einbil-dungskraft zu überlassen, denn er wußte wohl, daß nichts so reichIst als diese. So prächtig auch der Besieger Wurmsers auftretenkonnte, seine Erscheinung wäre doch unter derselben geblieben undin dergleichen Fällen gewinnt ein jeder, der sich ihrer Fürsorgeüberläßt.
Viele Personen glauben daher, daß seine Macht nur noch grö»ßer gewesen seyn würde, wenn er sich nicht auf einen Thron ge»setzt und als die erste Magistratsperson, als das -Oberhaupt desStaats nicht durch die kaiserliche Pracht geblendet hätte. Seinkleiner Hut, sein grauer Ueberrock, seine Chasseur-Uniform scheintdiese Ansicht, wegen der Wirkung, welche diese einfache Kleidungstets durch den Kontrast mit den reichen Goldstickereien und demstattlichen Federschmuck, der ihn immerwährend umgab, hcrvorbrach«te, vollkommen zu rechtfertigen. Wie mächtig sind aber nicht vonder andern Seite die Vewegungsgründe, wie unwiderstehlich ist dieVerführung, welche ihn wohl dabei entschuldigen möchte! Zu den! erstem gehört, daß die Manufakturen ermuthigt seyn wollten, daßsie des Luxus und der Pracht bedürfen — bei dem letztem aberkommt wohl das menschliche Herz, es kommen Familienrücksichten,die Pflichten der Erkenntlichkeit, die Verbindlichkeit, seine Waffen-gefährten zu belohnen, in Betrachtung. Es erhält hierdurch jeneVerführung einen Grad von Gewalt, der sich wohl nicht so leichtbesiegen läßt. Um sie zu bezwingen, wäre ein Gleichmmh erfor-derlich gewesen, womit er unmöglich das vorgesteckce Ziel erreichen.