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Nachtr., 2 (1825)
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„Friedrich enthielt sich stets des Umgangs mit dem weiblichenGeschlecht« *) Seine Feinde erklären diese Sonderbarkeit aus eineWeise, die ihn in dieser Hinsicht mit einigen berühmten MännerndeS Alterthums in eine Klasse setzt. Er selbst hat wenig grlhan,um sich hiergegen zu vertheidigen. Man weiß, daß sich in allenseinen Schlössern Sratüen des Antinous befanden und daß er essehr gern hatte, wenn er mit dem Kaiser Hadrian verglichen wurde.

„Als ein erklärter Feind der Offenbarung und der Theologie,scheint er dennoch dann und wann bei seinen Meinungen über dieGottheit gewechselt zu haben. Allein für die Ausübung der MoralHane er keine andern Führer als seine Neigungen und seinen Bor»theil. Er war sehr tolerant für jede Art der Gotteövekehrung.

„Oft ist er undankbar genannt worden und es ist nicht zulängnen, daß er diesen Tadel in Rücksicht der Vergessenheit ver-schuldet hat, worinnr er alle diejenigen ließ, die ihm Dienste er-zeugten ").

„Die Deutschen nannten ihn Friedrich den Einzigen."

Wir haben diese Vergleiche keineswegs In der Absicht ausgestellt,um Napoleon in Ansehung der Vorwürfe zu rechtfertigen, die manihm zu machen Ursache haben könnte. Es wäre wohl eine ganzeigne Logik, wenn eine an und für sich tadelnswerche Handlung esdarum nicht länger scyn sollte, weil er sich dabei wie Friedrich be-nommen hat. Allein wir fragen doch, worauf nur eigentlich dieGerechtigkeit und das Unheil der Menschen sich gründe, wennFriedrich wegen der nämlichen Handlungen Lob verdienen soll, welcheNapoleon zum Vorwürfe gemacht werden?

*) Napoleon wußte, ohne diesen Umgang zu versagen, sich doch in Ge-sa,äfteu von dem Einflüsse deS weiblichen Geschlechts frei zu erhal-te». Er forderte selbst von seinen Generalen, dagegen auf der Hutzu scl,n. In dem Tagcbuchc hält er sich oft über die Gewalt auf,die Madame Visconti über Berliner und die Marschallin S....über Wrc» Gemahl hatte und behauptete, daß, wer diese Machtanerkenne, weder ei» Selbst noch eine Frau habe,

Napoleon verdient den entgegengesehten Vorwurf. Er vergalt dieihm geleisteten Dienste auf eine verschwenderische Weise und hoballes Verhältnis zwilchen diese» Diensten und der Art auf, womiter sie belohnte. Nctchthum, Ehre, Rang, alles dies und oft allesdies zugleich, wurde dabei erihcill. Ich weiß wohl, welche», Ucbcr-maße man den Vorzug gebe» wird, aber cS blclbt dennoch Wahr,daß auch Napoleons Verhallen nicht tatelloS ist.