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Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
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101
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Ruhm aufs höchste, denn selbst der Sieg kam seinen Heinden, wennj er ihnen denselben überlassen mußte, so theuer zu stehen, daß eine

l Niederlage oft vorjiizichen gewesen seyn würde. Als der General

Soltikoss der Kaiserin Elisabeth den Gewinn der Schlacht bei Kun-nerSdorf ankündigte, sagte er zu derselben: „Nur noch einen sol-chen Sieg und ich bringe die Nachricht davon ganz allein mit dem^ Stocke in der Hand."

Friedrich hatte in diesem Kampfe keinen Alliirten als England,und selbst dieses beschränkte sich darauf, ihm Substdlen zu bewilli-gen, die zwar hinreichend waren, ihn nicht ganz seinen Feinden! zum Raube zu geben, keineswegs aber ihm den Sieg zu verschaf-fen; auch hörte es am Ende ganz auf zu bezahlen. Zum Glückfür den König starb Elisabeth. 2hr Nachfolger, der nur kurze! Zeit ihren Thron einnahm, hatte eben so wenig als Katharine denHaß gegen Friedrich von ihr geerbt und es wollte daher die Letztere! sich seinen Feinden nicht anschließen. Der Friede kam zu Stande.So ermattet auch Friedrich war und ob eS ihm schon an al-len Mitteln zu Fortsetzung des Krieges mangelte, so wollte er dochnichts herausgeben und Marie Theresia erkannte ihn jetzt zum Dric-tenmale als Herrn von Schlesien an. Die einzige Bewilligung,

§ wozu er sich bewegen ließ, war die Zusage seiner Stimme für denErzherzog Joseph zu Erlangung der kaiserlichen Krone.

Friedrich wurde zu Anfänge des Krieges von seinem Bruder,dem Kronprinzen, der die größten Fehler beging, schleckt unterstützt.Der König sagte deshalb zu ihm: „Ihr schlechtes Benehmen hac! meiner Sache sehr geschadet. Weniger der Feind als Ihre üblen

^ Maßregeln haben mir diesen Nachtheil zugezogen. Sie könnten

mich bald aufS Aeußerste bringen. 2ch beklage mich nicht über 2hr

> Herz, aber über 2hre Unfähigkeit, 2hren Mangel an Benrtheilung."

! Napoleon hatte einen Schwager, dem er daS Nämliche sagen,dem er selbst Derrätherei verwerfen konnte.

> Während dieses für Friedrich so glorreichen siebenjährigen Krie-

: ges hatte jedoch sein Reich viel gelitten. „Man kann sich (sagt der

König selbst in der Geschichte seiner Zeit) seine Lage nicht deut-licher vorstellen, als unter dem Bilde eines mit Wunden bedecktenMannes, der dem Sinken nahe ist. Eine völlige Anarchie hatte' alle Ordnung bei der Polizei und der Regierung über den Hausen

! gestoßen. Die Bekümmerntß darüber war allgemein. 2n siebzehn

j Schlachten war die Vlüchc der Offiziere und der Soldaten gefallen.

Der Gehorsam war verschwunden-