Die Baue; welche Napoleon unternahm und das Gesetzbuch,das seinen Namen erhalten hat, sind fernere Materialien zur Ve»gleichung, wozu noch kommt, daß diese ungeheuer» Arbeiten wäh.rend der Kriegszeit betrieben wurden. Er befragte in Betreff desGesetzbuchs die geschicktesten RechtSgelehrten und hielt darüber zahl,reiche Confereozen.
Ein wichtiger Punkt, wobei Friedrich keinen Nebenbuhler gehabthat, ist die Verwaltung der Justiz. Er forderte mit Strenge dieHandhabung der Gesetze, nahm niemand davon auS und hütete sichwohl, die kleinen Kaiser, wie sie Napoleon nannte (s. tz. 110.),zu dulden. Wir wollen nun ferner an einige Dinge erinnern, diesie mit einander gemein hatten.
Friedrich verlor bei seinen Beschäftigungen nie die Politik seinerNachbarn aus den Augen, übte täglich seine Truppen, vermehrtederen Zahl und erfand die Kunst, im Angesichte des Feindes zumanöoriren, ihn zu überflügeln, zu umgehen, zu überwältigen —dadurch, daß er seine besten Streitkräfte auf Einen Punkt richtete.
DaS System der europäischen Politik ändert sich von Grundaus. Frankreich ist unzufrieden über die Traktaten, welche Friedrichohne seine Beistimmung abgeschlossen hat, alliirt sich mit Sester»reich, Rußland schließt sich an und der König von Preußen wirdnun von allen Mächten des Festlandes bedrohet. Er beginnt da-mit, daß er ohne vorhergegangene Kriegserklärung in Sachsen ein-fällt, weil er aus vertraulichem Wege die gegen ihn geschmiedetenPläne in Erfahrung gebracht hat. Der Dresdner Hof beklagt sichbei allen andern Höfen und Friedrich wird bei dem Rcichöhofrathezu Wien für einen Störer deS öffentlichen Friedens erklärt *).Der Reichstag erläßt hierauf ein Dekret, wodurch dieser Fürst inden Reichsbann gekhan wird und vier Heere treten auf, diese Maß-regel zu vollziehen. Friedrich, der mehrmals geschlagen wird, nochöfter aber siegt, entrinnt seinen Feinden, würde aber doch amEnde unterlegen habe», wäre nicht Uneinigkeit zwischen den Ver-bündeten entstanden, die von nun an nicht mehr im Einverständnissehandelten. In diesem siebenjährigen Kriege stieg sein militairischer
*) Der Wiener Kongreß erklärte Napoleon außer dem Völkerrechte.Die vier gegen Friedrich ausgesandte« Heere betrugen nicht de»vierten Thcil der Ueberschwemmung von Russe», Schweden, Eng-ländern und Deutschen in den Jahren 1814 und I8ig. Die Koa-ltsirten verstanden sich, blieben einig und so war denn Napoleonnicht wie Friedrich durch die Zwietracht begünstigt, Ihre Stellehalt« der Verrätst eingenommen.