Was aber Leonard betrifft, so wollen wir nun sehen, warum ermlt vo» der Partie war und wie er durch das Gerümmel kam.Marie Antoinette hatte mit dem Herzoge von Choiseul verabredet,daß sie ihm diesen Coiffeur schicken würde, um ihm von der Stundeder Abreise Kunde zu geben, die zwar unter ihnen bestimmt, aberdoch wegen der Unentschlossenheit des Königs, immer noch zweifel-haft war. Der Herzog erwartete diesen Boten, der ihn begleitensollte. Sie reisten mit einander ab. Ludwig der Sechzehnte, derdem Herrn von Bouille den Marschallstab von Frankreich erthcilcnwollte, hatte keinen in Bereitschaft und» nahm daher den deS Mar-schalls von Stainville, eines Onkels des Herzogs von Choiseul, denletzterer dem König anbot. Er wurde beauftragt ihn mitzunehmen.Als nun die Umstände ihn bei der Reise nöthigtcn, mit den zuPont de Sommevelle aufgestellten Truppcn zu gehen, und die Ein-wohner sich unter Sturmläuten gegen dieselben zusammen rottirten,mußte der Herzog einen andern Weg einschlagen. Er befahl daherLeonard, Postpferde für sein Cabriolet zu nehmen und die Brillan-ten der Königin und der Prinzessin Elisabeth, die ihm anvertrautwaren, zu retten. Leonard ging einen Augenblick eher durch Va-renneö, als der König dort ankam und die Stadt noch ruhig war.Er seyce seine Reise unbehindert fort und brachte die Brillanten sowie den Marschallstab in Sicherheit. Das ist daS Wahre von derSache, wobei es nichts Lächerliches giebt, wie es doch der Verfasserhineinlegen will. Man inuß darüber die höchst interessante Schriftdes Herzogs von Choiseul Nachlesen *).
*) Hier von Bouillä, der nicht vorwurfsfrei seyn würde, wen» nichtseine große Jugend, der Mangel an Erfahrung »nd die Rechtlichkeitseiner Absichten die große Eile entschuldigte, womit er zu VarcnncSüber die für den König bestimmten Relais disponirte und sich der,selben, vor der Ankunft des Letzter», zu seiner eignen Rettung be-diente — hat eben einen Bericht herauSgegebcn, wodurch er dieWirkung jener Schrift des Herzogs vo» Choiseul vernichten will.Aber — der Letztere hat nichts für sich als die Thatsachcn, die sichkeineswegs vernichten lassen. Herr vo» Bouillä scheint die Noth-wendigkeit, in welcher der Herzog von Choiseul war, die Truppe»von der Sommevelle - Brücke abgeben zu lassen , entweder zu ver-schweigen, oder nichts davon zu wissen — eine Nvthwendigkcit, dieerstens durch die Unmöglichkeit, sie wieder durch St. Mcncbouldgehen zu lassen, wo die Einwohner sich gegen dieselbe» bewaffnethatten, zweitens durch das Stürmen und den Zusammenkauf, denihre Gegenwart zu Pout-de-Sommcvelle verursachte, drittens durchdas Ausbleiben des Wagens des Königs, das dem Herzog ganz un-erklärlich erscheinen mußte, entstand. Erst eine Stunde nachdemdie Truppe» abgegangcn waren und der Zusamuicn.'auf der Bauern