konnte keine bessere Dahl treffen. Seine Erfahrung, das Glück,das er schon bei seiner diplomatischen Laufbahn gemacht hakte, seineausgebreitelen Kenntnisse, der Adel seines dabei so sanften, so gernausglcichenden Charakters, die Feinheit seines Verstandes eignetenihn zu einem Gesandtschaftsposten erster Klasse. Er wußte sich beidem Könige von Dänemark beliebt zu machen und wurde oft in ^
dessen vertrauteste Kreise eingeladen. Als er sich nun schon einigeZeit an dessen Hose befand, gab ihm der König zu erkennen, daßer eine Reise durch seine Staaten machen und der König von Schwe- iden seinerseits, unter Beobachtung eines strengen Inkognito, an dieGrenze kommen werde. Es war wahrscheinlich, daß die Reise durchdas Land nur statt finden solle, um diese Zusammenkunft zu decken.Dem sei nun wie ihm wolle; Bourgoing benutzte die vertraulicheMittheilung, welche man ihm von der Sache machte, dazu, daß erum die Gunst bat, den König begleiten zu dürfen, was er auchleicht erlangte. Er hatte mehrere Conferenzen mit Gustav, der be« isonders über den ersten Konsul mit ihm sprach, demselben großeLobsprüche machte und Frankreich Glück wünschte, von einem Mannebeherrscht zu werden, der durch sein Genie und seine großen Ta» !lente stark genug sei, die Ordnung im Lande wieder herzustellen, !andern Mächten zu tmponircn und den Frieden in Europa zu er»halten. Der König drückte sich mit einer Art von Enthusiasmusaus, der gar nicht erlaubte, an seinen aufrichtigen Gesinnungen zuzweifeln. Nachdem er nun ferner die Laufbahn bezeichnet hatte, welche 'sich Napoleon eröffne und worüber er durch Beendigung der Revo» 'lution den größten Glanz verbreiten könne, zeigte er bloS einige !Unzufriedenheit mit dem Titel, den das Oberhaupt der französischen lRegierung führe. Es kette sich keine große Idee an diesen Titel,sondern nur die Erinnerung an eine längst erloschene römische Würdeuud an gewisse Amtsübungen, die mit denen, welche Napoleon zu»kämen, nicht verglichen werden könnten und da sie mit den neuenSitten und Gebräuchen nicht Im Einklänge wären, bei dem zwischen iden übrigen Oberhäuptern der Regierung, welche insgesamt Kaiser !oder Könige hießen, eingeführten Ceremoniel, mancherlei Schwierig» !keiten erzeugten. Es sei daher, mit einem Worte, viel angemesse» ^ner, daß sich Napoleon eine Krone auf das Haupt setze und einen 'Titel annehme, der ihn den Andern gleichstelle. Das war dirHauptinhalt der Unterhaltung und der Instruktionen Gustavs. Er ikam zu mehrcrenmalen auf die Sache zurück und gab sich das An» !sehen, als ob er nicht allein großen Werth darauf lege, sondern auch 'hierbei das sdrgan der übrigen Souveraine sei.
Herr von Bourgoing erstattete sogleich Bericht über diese Ge»sinnung Gustavs gegen Nap-iepn und die Eröffnungen, welche erste»